Haupthalle des BVB-Depots Wiesenplatz (Zustand 1989).
© BVB Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. –)

Die rasche Vergrösserung des Tramnetzes und die Beschaffung von neuem Rollmaterial – Ende 1907 standen bereits 135 Zweiachser im Linieneinsatz – erforderten eine Erweiterung der Werkstätte sowie ein neues Depot. So errichteten die damaligen Basler Strassenbahnen (B.St.B.) in unmittelbarer Nähe zum Depot Klybeck das Depot Wiesenplatz. Es umfasste bei seiner Eröffnung am 1. Oktober 1907 zwölf Gleise à 63 Meter und konnte somit 86 Strassenbahnwagen damaliger Bauart aufnehmen. Das neue Depot ermöglichte es, den Depotbetrieb im Depot Klybeck aufzugeben und dieses fortan als reine Werkstätte zu nutzen.

Die zwölf Gleise umfassende Haupthalle des Depots Wiesenplatz wurde in zwei Phasen 1925 und 1972 auf eine totale Länge von rund 140 m verlängert.

Depot Wiesenplatz
Der 1934 errichtete Hans-Huber-Saal mit den Gleisen 13 bis 20. Links der 1995 in Basel weilende Niederflurwagen MGT6D 500 aus Halle/Saale.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 323.4.5)

1934 stellte man der Haupthalle auf deren Ostseite eine 82 m lange, achtgleisige Remise zur Seite, welche in Personalkreisen bald den Namen «Hans-Huber-Saal» 1) bekam. Östlich dieser Remsie kamen 1948 fünf weitere, nicht überdachte Abstellgleise zu liegen. Diese dienten oft für die Abstellung von vorübergehend ausser Betrieb stehenden Wagen oder Abbruchkandidaten.

Depot Wiesenplatz
Skizze von Depot und Garage Wiesenplatz (Stand 1958, die zweite Verlängerung der Haupthalle fehlt noch).
© BVB (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)

Anfangs 1999 wurden die Putzgruben der Gleise 6 und 7 zu je rund einem Drittel zugedeckt. Gleichzeitig hängte man Hocharbeitsbühnen auf, da viele Aggregate moderner Niederflurfahrzeuge wie zum Beispiel des COMBINO auf den Fahrzeugdächern angeordnet sind. Im Frühjahr 2004 wurden Gleisanlage und Fahrleitungen teilerneuert, wobei sowohl die originalen Gittermaste aus der Entstehungszeit sowie die letzten Rillenschienen der Bauart Haarmann verschwanden.

Modernisierung und Erweiterung

Zwar wurde das Depot Wiesenplatz im Laufe der Zeit mehrfach erweitert und teilerneuert, doch investierten die Verkehrsbetriebe gesamthaft betrachtet nur wenige Mittel. Der Nachholbedarf etwa zum Erhalt der Bausubstanz vergrösserte sich jährlich und die Anlagen entsprachen je länger je weniger den Anforderungen eines effizienten Betriebsablaufs und Rollmaterialunterhalts.

Schon 1999, also schon vor dem Brand vom 18. Augsut 2004 (vgl. unten), untersuchten die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB), ob das Depot am bisherigen Standort erhalten bleiben soll oder ob ein Neubau «auf der grünen Wiese» nicht sinnvoller wäre. An ein wirtschaftlich und betrieblich günstiges Depotkonzept stellte die BVB folgende Anforderungen:

  • kurze Einstell- und Ausfahrten zwischen Depot und Linieneinsatz
  • Risiko-Minimierung bei Ausfall eines Depots
  • möglichst redundante, wenig störungsanfällige Zufahrten
  • Synergien durch Zusammenfassung von Arbeiten an wenigen Standorten

Für einen Depot-Neubau untersuchte man mehrere Standorte und Varianten im Inland und im benachbarten Ausland. Im Vergleich zu einer Sanierung mit Ausbau des bestehenden Depots wäre bei einem Neubau jedoch mit wesentlich höheren Kosten zu rechnen gewesen. Eine derartige Differenz hätte durch eine Neunutzung des Wiesenplatz-Areals für Wohnungsbau – möglich wären maximal 120 Wohnungen gewesen – nicht ausgeglichen werden können. Die Auswertung ergab überdies, dass obige Anforderungen durch die drei damaligen BVB-Depots Allschwilerstrasse, Dreispitz und einem erneuerten und a