Fünf «Birsfelder-Wagen» der B.St.B. mit Sommerwagen und der BEB-eigene Ce 2/2 4 ohne Anhänger begegnen sich an einem Sonn- oder Feiertag um 1902 bei der kurzen Ausweichstelle Hofmatt. Möglicherweise entstand diese Aufnahme sogar am Eröffnungstag der Birseckbahn.
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen

Parallel mit dem Ausbau des Netzes im Basler Stadtbereich entstanden auch Strassenbahnstrecken in die entfernteren Vororte. Diese standen aber nicht im Eigentum der Basler Strassenbahnen (B.St.B.) oder der späteren Basler Verkehrs-Betriebe (BVB). Vielmehr gründeten sich basellandschaftliche Privatbahngesellschaften.

Um die Jahrhundertwende empfanden die Einwohner von Münchenstein, Arlesheim und Dornach die Verbindung mit der Stadt als ungenügend. Die damalige Jura–Simplon-Bahn bot lediglich acht Verbindungen am Tag an. Zwischen den einzelnen Zügen bestanden Lücken von bis zu vier Stunden.

Ermutigt durch den Erfolg der 1895 in Basel eingeführten elektrischen Strassenbahnen und da die in Münchenstein domizilierte Electrizitäts-Gesellschaft Alioth & Co. in der Lage war, die erforderlichen elektrischen Ausrüstungen zu liefern, reichte diese Firma am 23. Juni 1898 ein Konzessionsgesuch für eine Trambahn von Basel über Münchenstein und Arlesheim nach Dornach ein. Mitte 1900 wurde diesem Gesuch entsprochen, was Mitte 1901 zur Gründung der Birseckbahn AG (BEB) mit Sitz in Arlesheim führte.

Ce 2/2 2

Ce 2/2 2 im Herbst 1902 auf Probefahrt im Kreuzmatt-Einschnitt. Im Hintergrund die Wegbrücke Griebengasse.
© Fotoarchiv Bürgergemeinde Münchenstein

Die Betriebseröffnung fiel auf den 6. Oktober 1902. Die BEB übertrug ihren Betrieb zunächst den B.St.B. (Linie 10). Die sechs eigenen Fahrzeuge wurden von Basler Trampersonal bedient. Im Spitzenverkehr fuhren zusätzlich städtische Tramwagen ins Birseck. Per 1. Januar 1916 ging die Bahn allerdings zum Eigenbetrieb über und erhöhte ihren Rollmaterialbestand. Es bestand keine Tarifgemeinschaft mit den B.St.B./BVB.

Be 2/4 11, Be 2/3 1 und 9

Die ungewisse Zukunft der Bahn verhinderte jahrzehntelang eine Erneuerung von Rollmaterial und Gleisanlagen (Depot Arlesheim um 1969).
© Peter Sutter (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)

Den Abschnitt vom Aeschenplatz bis zur Kantonsgrenze wurde von der B.St.B. gebaut. Die Gesamtstrecke bis Dornachbrugg war 8,4 Kilometer lang (6,2 Kilometer davon im Kanton Baselland). Der gut 100 Meter lange Abschnitt Dornach Bahnhof–Dornachbrugg wurde 1969 eingestellt. Die maximale Steigung betrug 50 Promille, der minimale Radius 10 Meter.

Ursprünglich trugen die Birseckbahn-Fahrzeuge einen hellgelben Anstrich. Diese attraktive Bemalung musste ab 1907 dem städtischen Hell-/Dunkelgrün (mit Aufschrift «Birseckbahn» und den drei Kantonswappen von Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn) weichen. 1926–28 wurde wieder der ursprüngliche hellgelbe Originalanstrich aufgebracht. Die Kanten wurden grau gestrichen. In den Fünfzigerjahren ging man auf rote Ränder über. Das moderne Rollmaterial der frühen Siebzigerjahre war in Blassgelb mit blauen Aufschriften und Zierlinien gehalten.

Per 1. Januar 1974 ging die BEB in der neu gegründeten Baselland Transport AG (BLT) auf.

Nach 1916 befuhren bis auf wenige Ausnahmen keine grünen Tramwagen der B.St.B./BVB mehr die ursprüngliche Linie 10. Im Rahmen einer Sonderfahrt stiessen am 24. September 1994 jedoch die beiden DÜWAG-Gelenkwagen Be 4/6 631 und 656 bis nach Dornach vor.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 5.864)

Streckenverlauf BEB

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