B3 1339 hinter Be 4/4 458 an der Endhaltestelle St. Louis Grenze um 1978.
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 34.4)

Zwischen 1956 und 1964 erbauten die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) in eigener Werkstätte insgesamt zwölf Anhängewagen B3 1333 bis 1344. Dank diesen Eigenbauten konnte der zu dieser Zeit immer gravierender werdende Fahrzeugmangel etwas gemildert werden, wurden doch einige Rollmaterialbeschaffungs-Vorlagen in Volksabstimmungen verworfen.

Die Konstrukteure der BVB-Werkstätte griffen das Konzept der bewährten Dreiachser B3 1303 bis 1322 bzw. B3 1323 bis 1332 aus den Dreissiger- und Vierzigerjahren auf, so dass die Eigenbau-Anhänger ebenfalls ein Lenkuntergestell der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik AG (SLM), Endplattformen und Schiebetüren bekamen. Im Unterschied zu den älteren Dreiachsern wurden sie jedoch nur noch als Einrichtungswagen ausgeführt.

Der B3 1333 besass ursprünglich Teleskopschiebetüren, welche sich jedoch nicht bewährten. Auf dieser Aufnahme zu erkennen sind auch die vordere Übergangstüre mitsamt Übergangseinrichtungen sowie die Dachrutenkupplung.
© BVB (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)

Unter dem Blech der B3 1333 bis 1338 befand sich ein Kastengerippe aus Holz. Hingegen waren die B3 1339 bis 1344 in Ganzmetallbauweise ausgeführt. Die gepolsterten Sitze waren allesamt quer angeordnet. Auf den Plattformen befanden sich zusätzlich vier Klappsitze. Zur Vermeidung von Zugluft war in der vorderen Kastenkopfwand eine Schiebetüre eingebaut. Die ursprünglich beim B3 1333 vorhandenen Teleskopschiebetüren der Einstiege bewährten sich nicht, so dass dieser Wagen 1964 wie alle anderen B3 Einfachschiebetüren erhielt.

Innenansicht des B3 1333 im Originalzustand. Der B3 1333 besass ursprünglich rote, die B3 1334, 1335 und 1338 braune Polster. In den übrigen Anhänger sass man auf blau gepolsterten Sitzen.
© BVB (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)

Zwischen 1970 und 1973 wurden die Anhänger leicht modernisiert. Dabei baute man unter anderem die Stirnwandtüren aus und ersetzte sie durch eine ein- oder dreiteilige Verglasung. Die Dachrutenkupplungen entfielen, so dass ein Einsatz fortan nur noch hinter modernem Rollmaterial möglich war.

Technische Daten bei Inbetriebsetzung:

Typenbezeichnung: B3
Anzahl Wagen: 12
Wagennummern: 1333 bis 1344
Im Linienbetrieb: 1956 bis 1984

Erbauer: BVB, SLM
Anschaffungskosten/Wg.: CHF 94’000.– (Nrn. 1333+1334), CHF 120’000.– (Nrn. 1333–1338), k. A. (Nrn. 1339–1344)
Länge über alles: 11’950 mm
Grösste feste Breite: 2’200 mm
Höhe über Dach: 3’235 mm
Gesamtradsatzabstand: 5’000 mm
Taragewicht: 8’000 kg (Nrn. 1333+1334, 1335–1338), 7’700 kg (Nrn. 1339–1344)
Sitz-/Stehplätze: 20/56
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h

Bremsen: indirekt wirkende Druckluftbremse, Solenoidbremse, mechanische Handbremse

Spätere Änderungen (Auswahl):

  • 1963: Einbau von Achskilometerzählern
  • 1967: Umbau für billeteurlosen Betrieb (bei SWP in Pratteln)

Wie alle anderen Dreiachser wurden auch die B3 1333 bis 1344 dem Depot Dreispitz zugeteilt und verkehrten auf der Linie 11 hinter Be 2/2, Be 2/3 oder Be 4/4, auf der Linie 18 sowie auf den Bruderholzlinien. Auf der Linie 11 wurde mit bis zu drei Dreiachsanhängern gefahren, manchmal kam es sogar zu artreinen Zügen mit drei B3 1333ff.

Die Einsätze auf den Linien 11 und 18 endeten 1972. 1979 vom Depot Dreispitz ins Depot Wiesenplatz umbeheimatet verlagerte sich das Einsatzgebiet der B3 1333 bis 1344 nun vor allem auf die Linien 1/4 und 7. Abgelöst durch andernorts freiwerdende Grossraum-Anhänger endete der Einsatz der anspruchslosen Dreiachser anfangs 1984.

Mitte 1985 fanden alle zwölf Wagen mit unveränderten Wagennummern ein neues Einsatzgebiet bei der Baselland Transport AG (siehe B3 1333 bis 1344). Die Einsätze beim neuen Eigentümer endeten im Jahre 2000, worauf drei Anhänger verschrottet und die übrigen neun nach Belgrad abgegeben wurden.

Ab Mitte 2013 benötigte man die Anhänger auch in der serbischen Hauptstadt nicht mehr. Noch kurz zuvor mit neuen Nummern versehen erfolgte 2015 der Abbruch der meisten Wagen. 2017 gelang dem Tramclub Basel (TCB), den Wagen 1343 aus der serbischen Hauptstadt zurückzuholen und als Zeuge der Leistungsfähigkeit der seinerzeitigen BVB-Werkstätte in die Sammlung historischer Fahrzeuge aufzunehmen.

B3 1343 (mit neuer Belgrader-Nummer 1457) bei der Ankunft am TCB-Aussenstandort im Oberbaselbiet (Aufnahme 6. März 2017).
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. D8B_0364)

Fahrzeugporträts

B3 1333

Inbetriebsetzung: 22.03.1956
Ausmusterung: 07.1985

Verbleib: an BLT (B3 1333) → 2000 abgebrochen

1973: Modernisierung, einteilige Stirnwandverglasung

B3 1334

Inbetriebsetzung: 20.06.1957
Ausmusterung: 07.1985

Verbleib: an BLT (B3 1334) → 2000 abgebrochen

1973: Modernisierung, einteilige Stirnwandverglasung

B3 1335

Inbetriebsetzung: 17.10.1957
Ausmusterung: 07.1985

Verbleib: an BLT (B3 1335) → 2001 an GSP, RS-Beograd (Aw 1335, ab 2014 Aw 1450) → 2015 abgebrochen

1970–71: Modernisierung, dreiteilige Stirnwandverglasung

B3 1336

Inbetriebsetzung: 01.03.1958
Ausmusterung: 07.1985

Verbleib: an BLT (B3 1336) → 2001 an GSP, RS-Beograd (Aw 1336, ab 2014 Aw 1451) → 2015 abgebrochen