Nachdem Deutschland im Vertrag von Versailles der Flugzeugbau untersagt worden war, gründete Claude Dornier 1924 in Altenrhein im Kanton St. Gallen die AG für Dornier-Flugzeuge als schweizerische Niederlassung der deutschen Dornier-Werke (Do-Flug AG, später Dornier-Werke AG, Altenrhein). Die wesentlich aus Mitteln des Deutschen Reichs finanzierte Fabrik begann 1927 mit der Fertigung. Kurze Zeit später verliessen drei Aufsehen erregende Riesenflugboote DO-X die direkt am Bodensee gelegenen Werkhallen.

Aus wirtschaftlichen Gründen stiegen die schweizerischen Dornier-Werke 1946 in die Konstruktion und Fabrikation von Schienen- und Strassenfahrzeugen ein. Dabei profitierte das Unternehmen stark von den Erfahrungen im Leichtbau von Flugzeugkomponenten. 1948 verkaufte Dornier die Fabrik, die zur rein schweizerischen Flug- und Fahrzeugwerke Altenrhein AG (FFA) wurde.

Gleichzeitig begann Dornier in Deutschland mit der Herstellung ziviler Erzeugnisse wie Textilmaschinen, um den Fortbestand der Firma zu sichern. Mit der schrittweisen Aufhebung der Beschränkungen kehrte Dornier in den 1950er-Jahren wieder in die Luft- und Raumfahrt zurück und entwickelte unter anderem Forschungsflugzeuge, Regionalflugzeuge sowie Komponenten für die europäische Raumfahrt.

In den Achtzigerjahren geriet das Unternehmen zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. 1985 übernahm die Daimler-Benz AG die Mehrheit an den Dornier-Werken und gliederte sie in ihren Luft- und Raumfahrtbereich ein. Daraus entstand später die Daimler-Benz Aerospace AG (DASA), welche verschiedene deutsche Luftfahrtunternehmen unter einem Dach vereinte. In den folgenden Jahren gingen die Dornier-Aktivitäten schrittweise in neuen Konzernstrukturen auf.

Der traditionsreiche Name Dornier lebte übrigens weiter. Die Lindauer DORNIER GmbH war als eigenständiger Hersteller von Textilmaschinen tätig.

Zuletzt aktualisiert am 30. Juli 2026 von Dominik Madörin