Zwar führte die Linie 5 ab 1946 aufs Bruderholz, kam dabei aber nicht beim Studio Basel vorbei. Am 21. September 1967 hat ein übereifriger Wagenführer sein Kopfschild bereits für die spätere Talfahrt via Jakobsberg auf «5» umgestellt.
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 74.1676)

Die Linie 5 befuhr ab dem 30. Juni 1900 als erste die neu erstellte Strassenbahnstrecke ins St. Johann-Quartier. Noch im gleichen Jahr konnte der Endpunkt über die damals deutsche Grenze bis nach St. Ludwig verlegt werden.

Erste die Landesgrenze querende Strassenbahnstrecke war jene nach Sankt Ludwig im Elsass. Sie wurde ab dem 20. Juli 1900 von der Linie 5 bedient.
© Ansichtskarte Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen

Der stadtseitige Endpunkt lag wegen der rückständigen Schifflände-Korrektion zunächst beim Totentanz.  Noch im Eröffnungsjahr gelang es aber, die Linie 5 zuerst an den Marktplatz, dann zum Aeschenplatz und schliesslich in die Güterstrasse weiterzuziehen. Beim Tellplatz wechselten die Wagen auf die Tramlinie 1 über und fuhren durch die Innenstadt zum Badischen Bahnhof.

Um 1920 dürfte dieses Bild eines Zuges der Linie 5 entstanden sein, der den Steinenberg hinauffährt.
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde der Betrieb auf dem Elsässischen Streckenabschnitt für über ein Jahr eingestellt, konnte aber am 1. Oktober 1915 – also mitten im Krieg – wieder aufgenommen werden.

Ab dem 22. Mai 1932 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führte die Linie 5 ab Lysbüchel nach Huningue statt Saint-Louis. Nach Kriegsende verlegte man den Endpunkt zur St. Louis Grenze. Der grenzquerende Tramverkehr kam allerdings nie mehr in Gange. Vom 1. August 1947 bis zur kompletten Einstellung am 31. Dezember 1957 betrieb die Stadt Saint-Louis «ihre» Tramlinie mit eigenem Personal. Zwischen Grenze und dem Endpunkt bei der Kirche liefen Pendelwagen, anfänglich mit Kopfschild «5», später mit Kopfschild «St. Louis».

Im Südwesten der Stadt wurde ab Beginn des Zweiten Weltkriegs der Endpunkt vom Tellplatz zum Leimgrubenweg verlegt. Von dort erklommen in Spitzenzeiten einzelne Kurse den Basler Hausberg Bruderholz. Später wurde das Bruderholz zum Endpunkt aller Wagen des 5ers. Zwischen 1949 und 1968 verkehrte der 5er in Verbindung mit der Linie 15 von der St. Louis Grenze via Aeschenplatz aufs Bruderholz. Dabei wählte der 15er den Weg durch die Wolfschlucht, während der 5er die Strecke via Jakobsberg nahm.

Am 1. April 1968 verschwand die Liniennummer 5 fast gänzlich. Lediglich einige Einsatzkurse (hauptsächlich auf der Strecke Schifflände–Aeschenplatz–Jakobsberg/Bruderholz) sowie einzelne Depotfahrten durchs St. Johann-Quartier verwendeten noch bis am 28. Februar 2006 das Kopfschild «5».

Zwischen 1968 und 2006 verwendeten nur noch einzelne Depotfahrten und Zusatzkurse die Liniennummer 5. Am 2. Mai 1989 bedient ein mittäglicher Einsatzkurs mit dem Be 4/4 457 an der Spitze die Haltestelle Heiliggeistkirche in Richtung Jakobsberg–Bruderholz.
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 3.146)

Linienführung

30.06.1900 bis 19.07.1900: Totentanz (Universitätsspital)–Landesgrenze St. Ludwig (St. Louis Grenze)

20.07.1900 bis 31.08.1900: Totentanz (Universitätsspital)–St. Ludwig Bahnübergang

01.09.1900 bis 14.10.1900: Marktplatz–Schifflände–St. Ludwig Bahnübergang
02.08.1900 bis 14.10.1900:: Margarethenstrasse (IWB)–Thiersteinerallee (Heiliggeistkirche)–Aeschenplatz

15.10.1900 bis 01.06.1902: Margarethenstrasse (IWB)– Thiersteinerallee (Heiliggeistkirche)–Aeschenplatz–Schifflände–St. Ludwig Bahnübergang

02.06.1902 bis 23.06.1907: Prov. Bahnhof–Thiersteinerallee (Heiliggeistkirche)–Aeschenplatz–Schifflände–St. Ludwig Bahnübergang

24.06.1907 bis 30.04.1911: Tellplatz–Thiersteinerallee (Heiliggeistkirche)–Aeschenplatz–Schifflände–St. Ludwig Bahnübergang

01.05.1911 bis 30.07.1914: Tellplatz–Thiersteinerallee (Heiliggeistkirche)–Aeschenplatz–Schifflände–St. Ludwig Kirche

30.07.1914 bis 30.09.1915: Tellplatz–Thiersteinerallee (Heiliggeistkirche)–Aeschenplatz–Schifflände–Landesgrenze St. Ludwig (St. Louis Grenze)

01.10.1915 bis 21.05.1932: Tellplatz–Thiersteinerallee (Heiliggeistkirche)–Aeschenplatz–Schifflände–St. Ludwig Kirche/St. Louis 1)

22.05.1932 bis 31.07.1939: Tellplatz–Thiersteinerallee (Heiliggeistkirche)–Aeschenplatz–Schifflände–Huningue

01.08.1939 bis 03.12.1939: Tellplatz–Thiersteinerallee (Heiliggeistkirche)–Aeschenplatz–Schifflände–Landesgrenze Hüningen

04.12.1939 bis 07.07.1940: Leimgrubenweg–Thiersteinerallee (Heiliggeistkirche)–Aeschenplatz–Schifflände–Voltastrasse (Voltaplatz)

08.07.1940 bis 30.09.1945: Leimgrubenweg–Thiersteinerallee (Heiliggeistkirche)–Aeschenplatz–Schifflände–Landesgrenze Hüningen

01.10.1945 bis 13.01.1946: Jakobsbergerhölzli (Jakobsberg)–Thiersteinerallee (Heiliggeistkirche)–Aeschenplatz–Schifflände–Huningue Grenze

14.01.1946 bis 04.05.1947: Bruderholz–Jakobsbergerhölzli (Jakobsberg)–Thiersteinerallee (Heiliggeistkirche)–Aeschenplatz–Schifflände–Huningue Grenze

05.05.1947 bis 17.05.1949: Jakobsbergerhölzli (Jakobsberg)–Thiersteinerallee (Heiliggeistkirche)–Aeschenplatz–Schifflände–St. Louis Grenze

18.05.1949 bis 31.03.1968: Bruderholz–Jakobsbergerhölzli (Jakobsberg)–Thiersteinerallee (Heiliggeistkirche)–Aeschenplatz–Schifflände–St. Louis Grenze

01.04.1968 bis 28.02.2006: Einsatzkurse (hauptsächlich Schifflände–Aeschenplatz–Jakobsberg/Bruderholz) sowie einzelne Depotfahrten


1) Bis am 31.05.1923 mit Umsteigen an der Landesgrenze (Pendelwagen)
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