BZ 102 im letzten Betriebszustand um 1965.
© Sammlung Dominik MAdörin, CH-Ettingen

Für den Posttransport beschaffte die Birsigthalbahn AG (BTB) 1909 einen kombinierten Postwagen mit Passagierabteil. Lieferantin war die Schweizerische Wagonsfabrik Schlieren A.G. in Schlieren (SWS). Die Eidgenössische Postverwaltung beteiligte sich zur Hälfte an den Anschaffungskosten des Wagens.

Der eigentlich falsch als CZ2 statt CZ angeschriebene Zweiachser erhielt die Betriebsnummer 102 und verfügte über zwei geschlossene Plattformen. Das Postabteil war über zwei in der Wagenmitte angeordnete Ladetore (Schiebetüren) direkt von aussen zugänglich. Das gegenüber dem Postabteil vollständig abgetrennte Fahrgastabteil verfügte über 16 Sitzplätze dritter Wagenklasse und war als «Raucher» ausgewiesen. Für die Belüftung des Post- und Fahrgastabteils sorgten sechs Dachlüfter. Elektrische Beleuchtung und Heizung waren von Anfang an vorhanden, ebenso eine selbsttätige Vakuumbremse.

Technische Daten bei Inbetriebsetzung:

Typenbezeichnung: CZ2
Anzahl Wagen: 1
Wagennummer: 102
Im Linienbetrieb: 1909 bis 1966

Erbauer: SWS
Anschaffungskosten/Wg.: k. A.
Länge über alles: ca. 11’340 mm
Grösste feste Breite: 2’500 mm
Höhe über Dach: k. A.
Radsatzabstand: 5’000 mm
Taragewicht: 8’940 kg
Sitz-/Stehplätze: 16/23
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h

Bremsen: Vakuumbremse, mechanische Handbremse

Der CZ2 102 entwickelte sich zum eigentlichen Sorgenkind der BTB. Seine Laufeigenschaften konnten nicht befriedigen, da der Abstand der beiden Crédé-Lenkachsen im Verhältnis zu den gefahrenen Geschwindigkeiten zu gering ausgefallen war. So versuchte man es 1931 mit dem Untersetzen von zwei Einachsdrehgestellen, was aber keine Verbesserung brachte. Auch eine drei Jahre später vorgenommene Änderung bei der Abfederung brachte keinen Erfolg.

1940 rang sich die BTB-Werkstätte dazu durch, den Wagen mit Eigenbau-Drehgestellen nach Vorbild der C4 51–54 zum Vierachser CZ4 102 umzubauen, wodurch sich das Taragewicht auf rund 13’000 kg erhöhte. Fortan gaben die Laufeigenschaften kaum mehr Anlass zur Klage. Dennoch erhielten die Drehgestelle 1957 Pendelwiegen. Im Rahmen einer grösseren Revision 1947 wurde das Postabteil durch Einbezug der benachbarten Endplattform vergrössert und die Ladetore gegen das Wagenende hin versetzt.

Nach Übernahme der Postbeförderung durch die PTT selbst bzw. deren Verlagerung auf die Strasse ab Mitte 1966 wurde der Wagen ausgemustert und im Folgejahr abgebrochen.

Spätere Änderungen (Auswahl):

Fahrzeugporträt

CZ2 102

→ ab 1940 CZ4 102, ab 1956 BZ4 102

Inbetriebsetzung: 04.1909
Ausmusterung: 1966

Verbleib: 1967 abgebrochen

Zuletzt aktualisiert am 26. April 2026 von Dominik Madörin