Der Wagen 29 verlässt das Areal der Garage Hüslimatt für eine Vorführfahrt anlässlich des BLT-Energietages am 22. Juni 2013.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 223_4)

Trotz eher negativen Erfahrungen mit dem Hybridbus Nr. 1 (Volvo 7700 HYBRID) setzte die Baselland Transport AG (BLT) ihren Versuch mit Fahrzeugen mit alternativen Antriebstechnologien fort und nahm im Frühjahr 2013 einen weiteren Hybridbus in Betrieb.

Lieferant des zweiachsigen Normalbusses Volvo 7900 HYBRID mit der Nummer 29 war wiederum der schwedische Nutzfahrzeughersteller Volvo. Das Modell 7900 war der Nachfolger des Volvo 7700 und wurde ab Oktober 2011 gebaut, wobei die Karosseriebau und Montage in Polen erfolgten.

Gegenüber dem Vorgängermodell 7700 mit Stahlaufbau setzte Volvo beim 7900 nun auf ein Aluminiumgerippe. Nur noch die Front- und Heckpartie bestanden aus Stahl. Auch für Fensterbrüstung, Verblendung des Saumprofils sowie die Dachfläche kam Aluminium zur Verwednung. Die Beplankung war überwiegend aus Kunststoff. Die meisten Aufbauelemente waren verschraubt. Die neue Konstruktion sparte im Vergleich zum Vorgänger rund eine halbe Tonne Gewicht. Wenig geändert hatte sich an der Innenraumkonzeptuion. Zwar ermöglichte der niedrige, ebene Fussboden ohne Stufen einen schnellen und bequemen Fahrgastfluss. Einzelne Sitze vor allem im Heckbereich waren jedoch nach wie vor auf Podesten angeordnet.

Dieselmotor-Generator-Gruppe

Dieselmotor-Generator-Gruppe
© Volvo

Beim Parallel-Hybrid-Antrieb wählte Volvo einen kompakten Diesel-Motor mit knapp fünf Liter Hubvolumen und koppelte diesen mit dem hauseigenen automatisierten Zwölfganggetriebe I-Shift. Unter ihresgleichen zählte das Getreibe zwar zu den besten seines Fachs, den relativ sanften Schaltkomfort eines Wandlerautomaten konnte sie jedoch nicht erreichen.

Auch der grossvolumige Vierzylinder zählte nicht gerade zu den Feingeistern und brachte das Heck des Volvo deutlich zum Vibrieren. Beim Beschleunigen drehte die Maschine bis gut über 2’000 Touren und brodelte auch bei Konstantfahrt mit hohen Umdrehungen. Dafür gewährte die Motor-/Getriebe-Kombinationen auf für Hybridfahrzeuge geeigneten Linien einen günstigen Verbrauch, obwohl die elektrischen Betriebsphasen des 7900 HYBRID vergleichsweise kurz ausfielen weil die Batterie­kapazität von knapp fünf kWh nur zum Anfahren ausreichte.

Der Hybridbus Nr. 29 überzeugte nicht in allen Punkten und wurde Mitte 2016 – nach Ablauf der vorgesehehen Versuchsdauer – an den Hersteller zurückgegeben. Unbefriedigend waren vor allem die ungenügende Antriebsleistung sowie die im Vergleich zum reinen Dieselbus höheren Betriebskosten.

Technische Daten bei Inbetriebsetzung:

Typ: Volvo 7700 HYBRID
Anzahl Wagen: 1
Wagennummer: 29
Im Linienbetrieb: 2013 bis 2016

Chassis, Karosserie: Volvo
Anschaffungskosten/Wg.: k. A.
Länge über Stossbalken: 12’044 mm
Breite über alles: 2’540 mm
Höhe über Batteriabdeckung: 3’280 mm
Radstand: 5’945 mm
Taragewicht: k. A.
Sitz-/Stehplätze: 32+1/52
Höchstgeschwindigkeit: k. A.

Verbrennungsmotor: Volvo D5F 215 (Diesel, Turboaufladung, Ladeluftkühlung)
Anzahl Zylinder: 4
Hubraum: 4’760 ccm
Leistung: 215 PS bzw. 161 kW

Anzahl Fahrmotoren: 1
Hersteller/Typ: Volvo I-SAM
Maximalleistung: 150 kW

Getriebe: automatisch geschaltetes 12-Gang-Getriebe Volvo I-Shift

Bremsen: Zweikreis-Druckluftbremse, elektrodynamische Bremse, Haltestellenbremse, Federspeicher-Feststellbremse

Fahrzeugporträt

Volvo 7900 HYBRID Nr. 29

Kennzeichen: BL 165 558

Inbetriebsetzung: 2013
Ausmusterung: 2016

Verbleib: zurück an Hersteller → später an Budapesti Közlekedési Zártkörűen Működő Részvénytársaság, HU-Budapest (Nr. PHG-650)

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