Wagen 751 im Ablieferungszustand.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 123.15)

Einschneidende Änderungen im Busnetz, namentlich die Verknüpfung der Linien 34 und 37 über die Mittlere Brücke, sowie der anstehende Ersatz von rund 40 hochflurigen und veralteten Auto- und Trolleybussen führte um die Jahrtausendwende zur Beschaffung der bis zu diesem Zeitpunkt grössten einheitlichen Busserie der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB), den 32 Gelenkwagen 751 bis 782. Ihnen folgten 2001 in einer Ergänzungsbeschaffung die sechs baugleichen Wagen 783 bis 788.

Bei der Bewertung der auf eine europaweite Ausschreibung eingegangenen Angebote schnitt die Offerte von MAN am besten ab, so dass sich die BVB erstmals in ihrer Geschichte für ein Produkt dieses deutschen Herstellers entschieden. Die modernen, vollklimatisierten Gelenkautobusse des Typs NG 353/A23 aus der Niederflurbus-Familie von MAN boten bei niedrigsten Investitions- und Betriebskosten ein Höchstmass an Komfort für Fahrgäste und Fahrer. Als Schubgelenkbusse mit 257 kW bzw. 350 PS starkem Sechszylindermotor im Heck konzipiert lag der Wagenboden auf der ganzen Länge äusserst niedrig. Drei von vier Einstiegen waren stufenlos, eine manuelle Klapprampe für Rollstühle befand sich bei der Türe 2.

Neu entwickelte, hocheffiziente Abgasnachbehandlungssysteme (CRT) bewegten die BVB zur Rückkehr vom Erdgas- zum Dieselbetrieb. Die Gelenkwagen erfüllten zwar die Abgasnorm EURO 2, ersetzten aber unter anderem die ungleich umweltfreundlicheren Trolleybusse 911–920 sowie 921 und 922

Die MAN-Gelenkwagen erschienen als erste im seinerzeit neusten BVB-Erscheinungsbild, also in mintgrüner Farbe und mit neuem Logo.

Die Wagen 785–788 wurden 2007–08 für den Einsatz auf der Flughafenlinie 50 angepasst (Einbau von Gepäckablagen auf Kosten von Sitz-/Stehplätzen).

Mit der Ablieferung der O 530 G 7001–7055 dünnten die BVB den Bestand an MAN-Gelenkwagen ab Mitte 2015 stark aus. Nur rund ein Viertel der Fahrzeuge blieb für untergeordnete Dienste in Basel. Die restlichen Gelenkwagen fanden über Zwischenhändler den Weg zu verschiedenen Verkehrsbetrieben in Italien.

Technische Daten bei Inbetriebsetzung:

Typ: MAN NG 353/A23
Anzahl Wagen: 38
Wagennummern: 751 bis 782, 783 bis 788
Im Linienbetrieb: seit 1999

Chassis, Karosserie: MAN
Anschaffungskosten/Wg.: CHF 675’360.–
Länge über Stossbalken: 17’950 mm
Breite: 2’500 mm
Höhe über Dach: 2’758 mm
Radstand vorne: 5’105 mm
Radstand hinten: 6’770 mm
Taragewicht: 16’760 kg
Sitz-/Stehplätze: 43+1/120 (zusätzlich 2 Klappsitze)
Höchstgeschwindigkeit: 85 km/h

Motor: MAN D2866 LUH21 EURO 2 (Diesel, Turboaufladung, Ladeluftkühlung)
Anzahl Zylinder: 6
Hubraum: 11’967 ccm
Leistung: 350 PS bzw. 257 kW

Getriebe: vollautomatisches 5-Gang-Getriebe mit Drehmoment-Wandler ZF 5 HP 600

Bremsen: Zweikreis-Druckluftbremse, hydrodynamischer Retarder (im Getriebe integriert), Haltestellenbremse, Federspeicher-Feststellbremse

Fahrzeugporträts

MAN NG 353/A23 Nr. 751

Kennzeichen: BS 3251

Inbetriebsetzung: 1999
Ausmusterung: 2015

Verbleib: an SAIS, IT-Palermo (Nr. 421)

MAN NG 353/A23 Nr. 752

Kennzeichen: BS 3252

Inbetriebsetzung: 1999
Ausmusterung: –

MAN NG 353/A23 Nr. 753

Kennzeichen: BS 3253

Inbetriebsetzung: 1999
Ausmusterung: 2015

Verbleib: an AMT, IT-Genova (Nr. 9129)

MAN NG 353/A23 Nr. 754

Kennzeichen: BS 3254

Inbetriebsetzung: 1999
Ausmusterung: 2015

Verbleib: an AMT, IT-Genova (Nr. 9130)

MAN NG 353/A23 Nr. 755

Kennzeichen: BS 3255

Inbetriebsetzung: 1999
Ausmusterung: 2015

Verbleib: an SAIS, IT-Palermo (Nr. 417)

MAN NG 353/A23 Nr. 756

Kennzeichen: BS 3256

Inbetriebsetzung: 1999
Ausmusterung: 2015

Verbleib: an SAIS, IT-Palermo (Nr. 418)