Die Trambahngesellschaft Basel–Aesch AG besass weder eigenes Rollmaterial noch Personal und übertrug den Betrieb ihrer Strecke den Basler Strassenbahnen bzw. später den Basler Verkehrs-Betrieben.
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen

Die Trambahngesellschaft Basel–Aesch AG (TBA) nahm ihre Strecke am 7. Dezember 1907 in Betrieb. Diesem Ereignis vorausgegangen waren die Gründung eines Aktionskomitees, welches 1903 in Bern um eine entsprechende Betriebskonzession nachsuchte, und die Gründung einer Aktiengesellschaft. 1906 unterzeichneten die Verantwortlichen einen Betriebsvertrag mit den kantonalen Strassenbahnen von Basel-Stadt, so dass es sich bei der TBA – wie auch bei der Basellandschaftlichen Ueberlandbahn AG (BUeB) – um eine reine Verwaltungsgesellschaft handelte, die sich weder um Personal noch um Rollmaterial kümmern musste. Die Basler Strassenbahnen (B.St.B.) bzw. die späteren Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) besorgten auch den Streckenunterhalt.

Die Strecke der TBA nahm ihren Anfang beim Ruchfeld in Münchenstein. Die Tramzüge mit dem Kopfschild 11 befuhren somit auf ihrer Fahrt vom Aeschenplatz nach Aesch Strecken dreier verschiedener Eigentümer: Bis zur Kantonsgrenze die Strecke der B.St.B., von der Kantonsgrenze zum Ruchfeld jene der Birseckbahngesellschaft (BEB) und erst vom Ruchfeld an die TBA-eigenen Gleise.

Bei der Betriebseröffnung anno 1907 bestanden zwischen Ruchfeld und Aesch lediglich zwei kurze Ausweichstellen beim Heiligholz und in Reinach-Dorf. Mit Ausnahme zweier kurzer Abschnitte im Dorfzentrum von Aesch und beim Ruchfeld erfolgte bis 1962 der durchgehende Ausbau auf Doppelspur.

Zunächst galten eigene Tarife der TBA. Erst 1931 wurde die Linie 11 ins städtische Tarifsystem einbezogen. Bis 1970 trugen die B.St.B. bzw. die BVB das volle Risiko und vor allem auch das Defizit der Linie. Der Kanton Basel-Landschaft beteiligte sich nicht an den Betriebskosten für die wichtige Tramverbindung von Basel über Münchenstein und Reinach nach Aesch. Die kantonalen Leistungen beschränkten sich auf die Abgeltungsbeiträge für sozialrabattierte Abonnemente.

Per 1. Januar 1974 ging die TBA in der Baselland Transport AG (BLT) auf. An der Betriebsführung änderte vorerst nichts, die grünen Tramwagen fuhren weiterhin nach Aesch. Erst ab 1978 stellte die BLT eigenes, gelbes Rollmaterial zur Verfügung; das Personal kam nach wie vor von den BVB. Per 1. Januar 1995 ging der Betrieb der Linie 11 schliesslich vollständig an die BLT über.

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Jahrzehntelang prägten grüne Tramwagen das Bild der Linie 11, auch noch nach der Übernahme der TBA durch die BLT (Basel, Münchensteinerstrasse um 1976).
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 5.2061)
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