Am 22. Januar 2024 hilft der BVB-Mobilkran Grove GMK 2035 bei Gleisbauarbeiten auf der Markthallen-Kreuzung. Die Lackierung entspricht dem 1999 eingeführten Farbschema (Mintgrün). Auffällig auch die von den BVB gewünschte Verkleidung des Rollenkopfs durch eine Isolierhaube aus Polyester für Arbeiten unter dem Fahrdraht.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 183_3)
Nach 22 Jahren hartem Einsatz hatte der alte Mobilkran der Bauabteilung der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) ausgedient. Ein zwingender Austausch sicherheitsrelevanter Komponenten beim P&H Omega 20 mit der Betriebsnummer 2830 (ex 830) hätte hohe Kosten verursacht, weshalb darauf verzichtet und eine Ersatzbeschaffung eingeleitet wurde.
Ein Evaluations-Prozess innerhalb des Verkehrsbetriebs ergab, dass mit dem Modell GMK 2035 des Herstelllers Grove – GMK steht dabei für Grove Mobil Kran – sämtliche Bedürfnisse der Bauabteilung abgedeckt werden konnten. Grove wurde 1947 von den Brüdern Dwight und John L. Grove in den USA gegründet. 1995 kaufte Grove die Kran-Abteilung der deutschen Fried. Krupp Aktiengesellschaft und kam so zu einem Werk in DE-Wilhelmshaven. Von 2002 an gehörte Grove zur Manitowoc Gruppe.
Der bis 2005 produzierte, zur 35-Tonnen-Klasse zählende Grove GMK 2035 konnte seine Herkunft nicht verleugnen. Es handelte sich um eine Weiterentwicklung des Typs KMK 2035 von Krupp, der ursprünglich auf dem Unterwagen nur über eine Einfachkabine verfügte. Krupp konzipierte den um 1992 erstmals vorgestellten Krantyp in erster Linie für flexible Einsätze im Bauwesen und in der Industrie. Dank seines zweiachsigen Spezialfahrgestells und der Allradlenkung vereinte er hohe Mobilität und Wendigkeit im Strassenverkehr mit guter Geländegängigkeit und war somit als sogenannter All-Terrain-Kran ausgelegt. Die hydropneumatische Einzelradaufhängung mit automatischer Niveauregulierung sorgte für hohen Fahrkomfort und Stabilität. Für den Kranbetrieb wurde das Fahrzeug über vier hydraulisch teleskopierbare Abstützungen abgestützt und nivelliert.
Der Grove GMK 2035 erreichte eine maximale Traglast von 35 Tonnen bei einer Ausladung von drei Metern. Er verfügte über einen vierteiligen, vollhydraulischen Teleskopausleger mit einer Länge von rund 8,9 bis 29 Meter. Das Hubwerk arbeitete hydraulisch und war mit einem feinfühlig regelbaren Antrieb ausgestattet. Die Drehung des Oberwagens erfolgte über ein ebenfalls hydraulisch betriebenes Drehwerk, welches endlose 360-Grad-Drehungen erlaubte.
Als Fahr- und Kranantrieb diente ein leistungsstarker Dieselmotor im Unterwagen. Das Aggregat aus den Regalen von Mercedes-Benz übertrug im Fahrbetrieb die Kraft über ein automatisches Lastschaltgetriebe auf alle vier Räder.
Der neue Mobilkran wurde im April 2002 geliefert und übernahm die interne Betriebsnummer 2830 vom Vorgänger P&H Omega 20. Oberwagen, Ausleger, Unterwagen-Kabine, Naben und Felgen waren in Mintgrün lackiert, was dem 1999 eingeführten Farbschema für Strassenbahnen und Busse der BVB entsprach. Auffällig war auch die von den BVB gewünschte Verkleidung des Rollenkopfs durch eine Isolierhaube aus Polyester, was Arbeiten unter eingeschalteter Fahrleitung gestattete.
Technische Daten bei Inbetriebsetzung:
Marke/Typ: Grove GMK 2035
Anzahl Wagen: 1
Wagennummer: 2830
In Betrieb: seit 2002
Unterwagen: Grove
Oberwagen: Grove
Anschaffungskosten: ca. CHF 490’000.–
Länge über alles (Unterwagen): 8’280 mm
Grösste feste Breite: 2’500 mm
Grösste feste Höhe: 3’430 mm
Radstand: 3’775 mm
Gesamtgewicht: 24’000 kg
Höchstgeschwindigkeit: 74 km/h
Fahr- und Kranmotor: MB OM 906 LA EURO II (Diesel, Turboaufladung, Ladeluftkühlung)
Anzahl Zylinder: 6
Hubraum: 6’374 ccm
Leistung: 279 PS bzw. 205 kW
Getriebe: Automatisches Lastschaltgetriebe ZF 6 WG 210
Bremsen: Druckluftbremse, Auspuff-Motorbremse, elektrische Wirbelstrombremse, Federspeicher-Feststellbremse
Fahrzeugporträt
Grove GMK 2035 Nr. 2830
Kennzeichen: BS 124 (braun)
Inbetriebsetzung: 04.2002
Ausmusterung: –
Zuletzt aktualisiert am 3. Mai 2026 von Dominik Madörin




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