Ce 2/2 5 im Zustand von etwa 1935 bis Anfang 1964 bzw. Be 2/3 3II im letzten Betriebszustand als Dreiachser um 1970.
© Sammlung Tramclub Basel bzw. Rolf Villoz (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)

Im Jahre 1905 erhielt die Birseckbahn AG (BEB) zu ihren vier bereits vorhandenen Motorwagen Ce 2/2 1–4 zwei weitere Zweiachser. Die beiden neuen Motorwagen Ce 2/2 5 und 6 waren baugleich mit vier weiteren Fahrzeugen, die 1905 an die Basler Strassenbahnen (B.St.B.) geliefert worden waren (Ce 2/2 101–104). Darüber hinaus entsprachen sie einem neuen Standardtyp der Schweizerischen Wagons und Aufzügefabrik AG (SWS). Die elektrische Ausrüstung stammte von der Electrizitäts-Gesellschaft Alioth & Co. in Münchenstein.

Die beiden Neuerwerbungen dürften im grünen Anstrich der B.St.B. geliefert worden sein. Um 1927 wurde der gelbe Anstrich der Birseckbahn aufgetragen.

Die Quersitzwagen ohne Druckluftbremse haben sich auf der steigungs- und kurvenreichen Überlandbahn nicht besonders bewährt, weshalb keine weiteren Motorwagen dieses Typs nachbestellt wurden. Sie wurden auch nicht in ähnlicher Weise wie ihre städtischen Brüder modernisiert.

Technische Daten bei Inbetriebsetzung:

Typenbezeichnung: Ce 2/2
Anzahl Wagen: 2
Wagennummern: 5 und 6
Im Linienbetrieb: 1905 bis 1963

Mechanischer Teil: SWS
Elektrische Ausrüstung: EGA
Anschaffungskosten/Wg.: CHF 17’200.–
Länge über alles: 8’000 mm
Grösste feste Breite: 2’100 mm
Grösste feste Höhe: 3’380 mm
Radsatzabstand: 2’500 mm
Radsatzfolge: Bo
Dienstgewicht: 10’500 kg
Sitz-/Stehplätze: 18/25
Höchstgeschwindigkeit: 30 km/h

Anzahl Fahrmotoren: 2
Hersteller/Typ: EGA GTM 25
Stundenleistung: 2 x 33 PS bzw. 2 x 24 kW
Übersetzungsverhältnis: k. A.

Bremsen: elektrische WiderstandsbremseHandbremse, Einrichtungen für Anhängewagen-Solenoidbremse

Bereits 1944 wurde der Ce 2/2 6 aus dem Verkehr gezogen. Die Birseckbahn benötigte dessen Wagenkasten als Ersatz für den bei der Frontalkollision vom 19. März 1941 abbruchreif beschädigten Ce 2/3 3I und liess ihn bei der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik AG in Winterthur (SLM) durch Einfügen eines Seitenfensters um rund 1’150 mm verlängern. Untergesetzt wurde das aufgearbeitete Lenkuntergestell des verunfallten Wagens 3I. Zudem kam eine Druckluftbremse zum Einbau.

Das so entstandene Einzelstück kam am 22.02.1945 mit der Bezeichnung Be 2/3 3II wieder in Betrieb. Es war von seinem Erscheinungsbild her – abgesehen von den Maximum-Vierachsern 12–14 – der modernste BEB-Motorwagen und versah seinen Dienst klaglos bis im Januar 1972.

Das zweiachsige Original-Untergestell des Ce 2/2 6 wurde zwecks Verwendung für einen Güterwagen aufbewahrt, fand aber keine Verwendung mehr und wurde 1970 abgebrochen.

Technische Daten nach Umbau:

Typenbezeichnung: Ce 2/3
Anzahl Wagen: 1
Wagennummer: 3II
Umbau: 1944 bis 1945

Mechanischer Teil: SWS, SLM
Elektrische Ausrüstung: EGA, BBC
Umbau: SLM
Umbaukosten: k. A.
Länge über alles: 9’310 mm
Grösste feste Breite: 2’100 mm
Grösste feste Höhe: 3’400 mm
Gesamtradsatzabstand: 3’800 mm
Radsatzfolge: A’1’A‘
Dienstgewicht: 14’500 kg
Sitz-/Stehplätze: 24/28
Höchstgeschwindigkeit: 35 km/h

Anzahl Fahrmotoren: 2
Hersteller/Typ: BBC
Stundenleistung: 2 x 53 PS bzw. 2 x 39 kW
Übersetzungsverhältnis: k. A.

Bremsenelektrische Widerstandsbremse, indirekt wirkende Druckluftbremse, Handbremse, Einrichtungen für Anhängewagen-Solenoidbremse

Nach dem Umbau des Ce 2/2 6 zum Dreiachser war der Ce 2/2 5 nach 1944 der letzte Zweiachs-Motorwagen der BEB. Einsätze im Personenverkehr wurden selten. Dafür verwendete die BEB den Wagen immer mehr als Dienstfahrzeug für interne Zwecke. Die offizielle Umzeichnung zum Xe 2/2 112 per Ende 1963 beendete die Karriere des Ce 2/2 5 als Personen-