Bt 27 an der Spitze eines dreiteiligen Pendelzuges in Witterswil. Aufnahme vom September 1984, wenige Tage vor Umstellung auf Strassenbahnbetrieb.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. –)

Zusammen mit dem übrigen Rollmaterial der Birsigthalbahn AG (BTB) kamen auch die Steuerwagen Bt 21–27 zur Baselland Transport AG (BLT), dies anlässlich der Fusion der Basler Vorortsbahnen anno 1974. Die Wagennummern der acht Jahre zuvor als Teil der Modernisierung des BTB-Rollmaterials neu beschafften Steuerwagen blieben unverändert.

Bei der BLT wurden 1975 die Führerstände aufgrund des durchgehenden Einmannbetriebes gegen die anschliessende Plattformen hin auf der ganzen Wagenbreite hermetisch abgeschlossen. Ausser dem Anbringen des weissen BLT-Signets mitsamt einer weissen Zierlinie etwa auf Wagenbodenhöhe, der Montage von Liniennnummerntafeln «17» (beides 1975) sowie der Montage von Dachreklametafeln (1980) erfolgten keine weiteren Änderungen oder Umbauten. Jedoch erforderten 1983 die teils bereits auf den Betrieb mit Strassenbahn-Rollmaterial verringerten Gleisabstände die Blockierung der meisten Seitenfenster. Die voll öffnungsfähig belassenen Übersetzfenster erhielten eine Vergitterung.

Nach der Betriebsumstellung im Herbst 1984 verkaufte die BLT alle sieben Fahrzeuge in die Westschweiz. Die Bt 22, 23, 24 und 25 kamen als Bt 132, 133, 134 und 131 zur Schmalspurbahn Aigle–Ollon–Monthey–Champéry (AOMC). 1) Während die Bt 132 bis 134 mit den ebenfalls von der BLT übernommenen Be 4/4 101I/101II, 102 und 104 sogleich eingesetzt wurden, blieb der als Bt 131 vorgesehene Bt 25 abgestellt.

Die Bt 21 sowie 26 und 27 fanden den Weg zur Aigle–Sépey–Diablerets-Bahn (ASD). 1) Ab September 1985 wurden sie bei ACMV in Villeneuve für den Betrieb mit den 1987 beschafften Triebwagen BDe 4/4 401 bis 404 hergerichtet. Die Anpassungen umfassten im Wesentlichen:

  • blau-crèmer Neuanstrich
  • Verschliessen der vorderen Stirnwandtüren
  • Einbau eines neuen Führertisches
  • Anpassungen an den Steuerstromkreisen
  • Anpassungen der elektrischen, pneumatischen und mechanischen Kupplungen
  • Einbau von Schienenbremsmagneten in beide Drehgestelle

Die Inbetriebsetzung erfolgte ab Juni 1987 als Bt 431 bis 433. Als vierter Steuerwagen stiess anno 2000 der jahrelang abgestellte Bt 131 (ex BTB/BLT-Bt 25) der AOMC hinzu. Dieses Fahrzeug, nun als Bt 434 bezeichnet, erfuhr dieselben Anpassungen wie die Bt 431 bis 433, wobei jedoch in Abweichung dazu die Stirnwandtüre belassen wurde. Der Bt 433 wurde 1997 durch einen Umbau zum Salonsteuerwagen Arst 433.

Im Gegensatz zu den ASD-Steuerwagen, welche nach wie vor in Betrieb stehen (Stand 01.2019), schieden die Bt der AOMC bis 2016 restlos aus dem Dienst. Als erster wurde der revisionsfällige Bt 133 (ex-BLT Bt 23) im Jahr 2000 abgestellt und 2007 abgebrochen. Die Bt 132 und 134 überlebten bis 2016, als eine Umstellung der Fahrleitungsspannung den Einsatz ehemaliger Birsigthalbahnwagen auf der AOMC definitiv beendete.


1) 1999 fusionierten die vier Eisenbahngesellschaften Aigle–Leysin (AL), Aigle–Ollon–Monthey–Champéry (AOMC), Aigle–Sépey–Diablerets (ASD) und Bex–Villars–Bretaye (BVB) zur Transports Publics du Chablais (tpc). AL, ASD und BVB bildeten dabei bereits ab 1975 eine Betriebsgemeinschaft. Dieser trat 1977 auch die AOMC bei.

Technische Daten bei Übernahme durch BLT:

Typenbezeichnung: Bt
Anzahl Wagen: 7
Wagennummern: 21 bis 27
Im Linienbetrieb: 1974 bis 1984

Mechanischer Teil: SWP
Länge über alles: 17’212 m
Grösste feste Breite: 2’500 mm
Höhe über Dach: 3’450 mm
Radsatzabstand im Drehgestell: 1’800 mm
Drehgestellmittenabstand: 11’000 mm
Taragewicht: 17’000 kg
Sitz-/Stehplätze: 64+1/66 (zusätzlich 2 Klappsitze)
Höchstgeschwindigkeit: 65 km/h

Bremsen: indirekt wirkende Druckluftbremse, mechanische Handbremse

Fahrzeugporträts

Bt 21

→ ex Birsigthalbahn AG (Bt 21)

Übernahme: 1974
Ausmusterung: 28.09.1984

Verbleib: an ASD (Bt 432)

Bt 22

→ ex Birsigthalbahn AG (Bt 22)

Übernahme: 1974
Ausmusterung: 28.09.1984

Verbleib: an AOMC (Bt 132) → 2016 ausgemustert → 2018 an …

Bt 23

→ ex Birsigthalbahn AG (Bt 23)

Übernahme: 1974
Ausmusterung: 28.09.1984

Verbleib: an AOMC (Bt 133) → 2000 ausgemustert → 11.2007 abgebrochen