B3 28 an der Endhaltestelle Dornach um 1970.
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen

Nach dem Übergang zum Eigenbetrieb anno 1916 konnte die Birseckbahn AG (BEB) nicht mehr ohne weiteres auf den Rollmaterialpark der Basler Strassenbahnen (B.St.B.) zugreifen und sah sich gezwungen, den eigenen Fahrzeugbestand auszubauen. Zusammen mit den vier Maximum-Motorwagen Ce 2/4 11–14 wurden acht geschlossene Anhängewagen C 21 bis 28 in Auftrag gegeben. 1919 bestellte die BEB weitere vier Wagen beim Lieferanten, der Schweizerischen Wagons- und Aufzügefabrik AG in Schlieren, nach, dies allerdings zu erheblich schlechteren Konditionen.

Die gefälligen Zweiachser, von welchen kaum Bilddokumente existieren, trugen ursprünglich einen grünen Zweitonanstrich, welcher wohl schon in den Zwanzigerjahren durch eine gelbe Farbgebung ersetzt wurde. Der Wagenkasten mit Endplattformen verfügte über Quersitze sowie über kurze Längssitze gegen die geräumigen Plattformen hin.

Bilder der ersten BEB-eigenen Anhängewagen als Zweiachser sind äusserst selten. Dieser Ausschnitt aus einer Ansichtskarte zeigt zwei um 1915 auf dem Aeschenplatz abgestellte Wagen.
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen

Technische Daten bei Inbetriebsetzung:

Typenbezeichnung: C
Anzahl Wagen: 12
Wagennummern: 21 bis 28, 29 bis 32
Im Linienbetrieb: 1916 bis 1980

Erbauer: SWS
Anschaffungskosten/Wg.: CHF 17’000.– (Nrn. 21–28),  CHF 41’515.– (Nrn. 29–32)
Länge über alles: 9’280 mm
Grösste feste Breite: 2’100 mm
Höhe über Dach: 3’160 mm
Radsatzabstand: 2’800 mm
Taragewicht: 6’250 kg (C 21–28), 6’490 kg (C 29–32)
Sitz-/Stehplätze: 20/28 (C 21–28), 20/22 (C 29–32)
Höchstgeschwindigkeit: 35 km/h

Bremsen: Solenoidbremse, indirekt wirkende Druckluftbremse, Handbremse

Von 1946 bis 1950 wurden alle zwölf Anhänger zu Dreiachsern umgebaut. Analog den Motorwagen Ce 2/3 1–4 wurde der Wagenkasten um ein breites Seitenfenster – etwa 1’400 mm entsprechend – verlängert, um ein dreiachsiges Lenkuntergestell untersetzen zu können. Für den Umbau verantwortlich war die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik AG in Winterthur (SLM). Die Endfertigung nahm die BEB-Werkstätte in Arlesheim vor.

Technische Daten nach Umbau:

Typenbezeichnung: C3
Anzahl Wagen: 12
Wagennummern: 21 bis 28, 29 bis 32
Umbau: 1946 bis 1950

Erbauer: SWS, SLM
Umbau: SLM
Umbaukosten/Wg.: k. A.
Länge über alles: 10’670 mm
Grösste feste Breite: 2’100 mm
Höhe über Dach: 3’160 mm
Gesamtradsatzabstand: 4’600 mm
Taragewicht: 8’000 kg
Sitz-/Stehplätze: 26/34
Höchstgeschwindigkeit: 35/50 km/h

Bremsen: Solenoidbremse, indirekt wirkende Druckluftbremse, Handbremse

Zwischen 1970 und 1972 wurden neun der zwölf Anhänger ausgemustert und abgebrochen. Die B3 25 und 27 wurden 1972 durch die Firma Schindler Waggon AG in Pratteln modernisiert und zu Einrichtungsfahrzeugen mit automatischen Türen und Trittbrettkontakten umgebaut. Sie erhielten dabei blaue Polstersitze, eine +GF+-Kupplung vorne und einen hellgelben, zu den neuen Gelenk-Motorwagen passenden Anstrich. Die Solenoidbremse entfiel. Der Umbau der beiden Anhängewagen für billeteurlosen Betrieb hinter Be 4/6 106–108 war nötig geworden, weil in den Spitzenzeiten das Platzangebot trotz des neu eingeführten 10-Minuten-Intervalls nicht mehr genügte.

Anlässlich der Fusion der Basler Vorortsbahnen per 1. Januar 1974 gingen die B3 25 und 27 zusammen mit dem nicht modernisierten B3 22 in den Bestand der Baselland Transport AG (BLT) über (siehe B3 22, 25+27).

B<sup>3</sup> 25 und 27

Die beiden für den Betrieb mit modernen Gelenk-Motorwagen angepassten B3 25 und 27 sonnen sich an einem arbeitsfreien Tag beim BEB-Depot Arlesheim. © Sammlung Tramclub Basel

Spätere Änderungen (Auswahl):

Fahrzeugporträts

C 21; C3 21

→ ab 1956 B3 21

Inbetriebsetzung: 01.1916
Ausmusterung: 31.12.1971

Verbleib: 18.11.1970 abgebrochen (Teile an Fa. Fricker)

01.11.1946: Inbetriebsetzung nach Umbau zu C3

C 22; C3 22

→ ab 1956 B3 22

Inbetriebsetzung: 01.1916
Ausmusterung: –

Verbleib: 1974 an BLT → 1975 Abbruch

01.06.1948: Inbetriebsetzung nach Umbau zu C3

C 23; C3 23

→ ab 1956 B3 23

Inbetriebsetzung: 01.1916
Ausmusterung: 31.12.1971

Verbleib: 13.04.1972 abgebrochen (Schlatter, Münchwilen)

15.07.1947: Inbetriebsetzung nach Umbau zu C3

C 24; C3 24

→ ab 1956 B3 24

Inbetriebsetzung: 01.1916
Ausmusterung: 31.12.1971

Verbleib: 20.04.1972 abgebrochen (Schlatter, Münchwilen)

01.03.1950: Inbetriebsetzung nach Umbau zu C3

C 25; C3 25

→ ab 1956 B3 25

Inbetriebsetzung: 01.1916
Ausmusterung: –

Verbleib: 1974 an BLT (B3 25) → 2008 an Privat

01.06.1947: Inbetriebsetzung nach Umbau zu C3
03.1972: Untergestell von B3 32
1972: Modernisierung SWP

C 26; C3 26

→ ab 1956 B3 26

Inbetriebsetzung: 01.1916
Ausmusterung: 1971

Verbleib: 23.12.1971 abgebrochen (Schlatter, Münchwilen)

01.10.1947: Inbetriebsetzung nach Umbau zu C3

C 27; C3 27

→ ab 1956 B3 27

Inbetriebsetzung: 01.1916
Ausmusterung: –

Verbleib: 1974 an BLT (B3 27)

25.02.1947: Inbetriebsetzung nach Umbau zu C3
1972: Modernisierung SWP

C 28; C3 28

→ ab 1956 B3 28

Inbetriebsetzung: 01.1916
Ausmusterung: 31.12.1971

Verbleib: 13.04.1972 abgebrochen (Schlatter, Münchwilen)

15.12.1950: Inbetriebsetzung nach Umbau zu C3

C 29; C3 29

→ ab 1956 B3 29

Inbetriebsetzung: 1920
Ausmusterung: 24.06.1972

Verbleib: Abbruch

05.04.1947: Inbetriebsetzung nach Umbau zu C3

C 30; C3 30

→ ab 1956 B3 30

Inbetriebsetzung: 1920
Ausmusterung: 15.11.1970 (nach Kollision)

Verbleib: 23.12.1971 abgebrochen (Schlatter, Münchwilen)

15.04.1948: Inbetriebsetzung nach Umbau zu C3

C 31; C3 31

→ ab 1956 B3 31

Inbetriebsetzung: 1920
Ausmusterung: 31.12.1971

Verbleib: 13.01.1972 abgebrochen (Schlatter, Münchwilen)

15.12.1948: Inbetriebsetzung nach Umbau zu C3

C 32; C3 32

→ ab 1956 B3 32

Inbetriebsetzung: 1920
Ausmusterung: 31.12.1971

Verbleib: 20.04.1972 abgebrochen (Schlatter, Münchwilen)

01.11.1948: Inbetriebsetzung nach Umbau zu C3

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