Wagen 701 sieben Jahre nach Indienststellung.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 121.199)  

Zu Beginn der Achtzigerjahre konnten die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) das Fahrgastaufkommen auf der attraktiven Ringlinie 36 nur noch mit unwirtschaftlichen Zusatzkursen bewältigen. Es drängte sich daher ein Ersatz der auf dieser Linie eingesetzten zweiachsigen Autobussen durch 21 Gelenkwagen auf.

Nach einer umfassenden Evaluationsphase und Testeinsätzen verschiedener Fahrzeuge in- und ausländischer Hersteller fiel die Wahl der BVB auf den Schubgelenk-Bus O 305 G von Mercedes-Benz. Bei diesem vor allem in Deutschland weit verbreiteten Fahrzeugtyp lag der 206 kW bzw. 280 PS starke Sechszylinder-Motor mit Turbo-Aufladung unterflur im Heck und trieb über ein vollautomatisches Getriebe die dritte Achse an. Eine aktive Gelenksteuerung verhinderte ein Einknicken des Fahrzeuges bei Kurvenfahrten. Für einen rascheren Fahrgastwechsel verlangte die BVB eine zusätzliche vierte Türe im Hinterwagen.

Um Arbeitsplätze in der Region erhalten zu können bekamen die Wagen 710–721 einen Aufbau von FHS, währenddem die ersten neun Wagen 701–709 komplett von Mercedes gefertigt wurden. Die Wagen unterschieden sich somit in einigen Details.

Rund 15 Jahre prägten diese ersten Basler Gelenkautobusse das Gesicht der Linie 36. Einsätze auf anderen Linien waren eher selten und beschränkten sich auf Aushilfsdienste auf Trolleybuslinien, Park&Ride-Verkehr oder Tramersatzbetrieb. Neue Niederflur-Gelenkwagen verdrängten 1999–2001 die meisten O 305 G. Fünf Exemplare (Nrn. 702–704, 720 und 721) konnten sich noch bis 2005 halten. Die meisten Wagen fanden in Russland (Kaliningrad) oder Rumänien (Târgu Mureş) ein neues Betätigungsfeld, dürften aber mittlerweile auch dort ausgemustert worden sein.

Radlauf 701-709

Radlauf 710-721

Detailunterschied zwischen Werkskarosserie oben, runder Radlauf) und FHS-Aufbau (unten, eckiger Radlauf).
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. –)

Technische Daten bei Inbetriebsetzung:

Typ: Mercedes-Benz O 305 G
Anzahl Wagen: 21
Wagennummern: 701 bis 709, 710 bis 721
Im Linienbetrieb: 1983 bis 2005

Chassis: Mercedes-Benz
Karosserie: Mercedes-Benz (Nrn. 701–709), FHS (Nrn. 710–721)
Anschaffungskosten/Wg.: CHF 371’000.– (Nrn. 701–709), CHF 422’940.– (Nrn. 710–721)
Länge über Stossbalken: 17’260 mm
Breite: 2’500 mm
Höhe über Dach: 2’903 mm
Radstand vorne: 5’600 mm
Radstand hinten: 6’150 mm
Taragewicht: 13’510 kg
Sitz-/Stehplätze: 40+1/127
Höchstgeschwindigkeit: 75 km/h

Motor: MB OM 447 hA (Diesel, Turboaufladung)
Anzahl Zylinder: 6
Hubraum: 11’412 ccm
Leistung: 280 PS bzw. 206 kW

Getriebe: vollautomatisches 3-Gang-Getriebe mit Drehmoment-Wandler

Bremsen: Zweikreis-Druckluftbremse, hydrodynamischer Retarder (im Getriebe integriert), Auspuff-Motorbremse, Haltestellenbremse, Federspeicher-Feststellbremse

Taufnamen und Wappen

  • Nr. 701: Kleinhüningen (1995 bis 2000)
  • Nr. 703: St. Johann (1995 bis 2001)
  • Nr. 704: Neubad (1995 bis 2001)

Fahrzeugporträts

MB O 305 G Nr. 701

Kennzeichen: BS 3201

Inbetriebsetzung: 1983
Ausmusterung: 2000

Verbleib: an Siletina, RO-Târgu Mureş (Nr. 19) → 2005 abgebrochen

MB O 305 G Nr. 702

Kennzeichen: BS 3202

Inbetriebsetzung: 1983
Ausmusterung: 2005

Verbleib: 2008 an Siletina, RO-Târgu Mureş (Nr. 17II)

MB O 305 G Nr. 703

Kennzeichen: BS 3203

Inbetriebsetzung: 1983
Ausmusterung: 2005

Verbleib: k. A. (vermutl. Export Osteuropa)

MB O 305 G Nr. 704

Kennzeichen: BS 3204

Inbetriebsetzung: 1983
Ausmusterung: 2005

Verbleib: an tl, Lausanne (Nr. 619) → 2006 abgebrochen

MB O 305 G Nr. 705

Kennzeichen: BS 3205

Inbetriebsetzung: 1983
Ausmusterung: 2000

Verbleib: an Siletina, RO-Târgu Mureş (Nr. 13)

MB O 305 G Nr. 706

Kennzeichen: BS 3206

Inbetriebsetzung: 1983
Ausmusterung: 2000

Verbleib: an Siletina, RO-Târgu Mureş (Nr. 16)