Wagen 863 im Originalzustand.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 163_11)

Als Ersatz für die am Ende ihrer Lebensdauer angelangten Kleinbusse der ersten Generation (VW/kutsenits Nrn. 851–856) benötigten die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) im Jahre 2008 fünf neue Fahrzeuge.

Die Nachfolger mussten anspruchsvollen Kriterien gerecht werden. Sie sollten wirtschaftlich sein, Niederflureinstiege aufweisen und betrieblich flexibel einsetzbar sein. Die Firma Auwärter GmbH, Nachfolgegesellschaft der traditionsreichen, jedoch 2005 insolventen Ernst Auwärter Karosserie- und Fahrzeugbau KG in DE-Steinenbronn, erfüllte mit ihrem Modell Citystar alle Anforderungen bei positivem Preis-Leistungsverhältnis. Insbesondere in puncto Wirtschaftlichkeit stellte der Citystar gegenüber den dreiachsigen VW/Kutsenits einen wesentlichen Fortschritt dar

Die hochwertigen Neufahrzeuge mit den BVB-Betriebsnummern 861 bis 865 kamen im Frühjahr 2009 in Betrieb. Sie basierten auf dem Kleintransporter «Sprinter» von Mercedes-Benz. Um eine durchgehende Niederflurigkeit ohne Stufen auch im Bereich der zwillingsbereiften und luftgefederten Hinterachse zu erreichen, ersetzte Auwärter das Original-Chassis durch einen eigenen Rahmen und passte die Führung der Antriebswelle an. Auch der komplette Aufbau mit zwei Türen sowie hohen, auch für stehende Fahrgäste ausreichende Fenster stammte von Auwärter. Eine grosse Plattform mit zweiter Türe und manueller Rollstuhlrampe befand sich hinter der Hinterachse. Deren Luftfederung liess Kneeling zu, wodurch sich die komfortablen Einstiegsverhälnisse nochmals um einige Zentimeter verbesserten.

Der Vierzylinder-Dieselmotor mit 150 PS von Mercedes trieb über ein automatisches Getriebe die Hinterachse an. Eine verschleissfreie elektrische Wirbelstrombremse TELMA entlastete die Scheibenbremsen auf den steilen Riehener Kleinbuslinien, dem Haupteinsatzgebiet dieser Wagen. Bremsverschleiss war ein grosses Problem bei den zu ersetzenden Kleinbussen.

Die neuen Kleinbusse boten zeitgemässen Komfort für die Fahrgäste. Gut lesbare Aussen- und informative Innenanzeigen dienten der Fahrgastinformation. Die Innenraumbeleuchtung war so ausgelegt, dass nachts keine Spiegelungseffekte in der Frontschutzscheibe auftraten. Hingegen fehlte aus Gewichtsgründen sowie aufgrund unzureichender Motorleistung eine Klimatisierung des Fahrgastbereichs. Dafür verfügten die Fahrzeuge über zwei Dachluken. Der Chauffeur-Arbeitsplatz wurde in Zusammenarbeit mit Personalvertretern soweit als möglich optimiert.

Die fünf Citystar standen bis 2018 vorwiegend auf den Riehener Kleinbuslinien 35 und 45 im Einsatz, bevor sie durch eine gleiche Anzahl Fahrzeuge der Nachfolgegeneration abgelöst wurden.

Technische Daten bei Inbetriebsetzung:

Marke/Typ: Auwärter CITYSTAR
Anzahl Wagen: 5
Wagennummern: 861 bis 865
Im Linienbetrieb: seit 2009

Basis: Mercedes-Benz Sprinter 515 CDI
Rahmenumbau, Karosserie: Auwärter
Anschaffungskosten/Wg.: CHF 280’000.–
Länge über Stossbalken: 7’830 mm
Breite: 2’100 mm
Höhe über Dach: 2’650 mm
Radstand: 4’325 mm
Taragewicht: 4’110 kg
Sitz-/Stehplätze: 11+1/9 (zusätzlich 3 Klappsitze)
Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h (abgeregelt)

Motor: MB OM 646 DE 22 LA EURO 4 (Diesel, Turboaufladung, Ladeluftkühlung)
Anzahl Zylinder: 4
Hubraum: 2’148 ccm
Leistung: 150 PS bzw. 110 kW

Getriebe: vollautomatisches 5-Gang-Getriebe mit Drehmoment-Wandler

Bremsen: hydraulische Zweikreis-Bremsanlage, Wirbelstrombremse TELMA, Haltestellenbremse, mechanische Handbremse

Fahrzeugporträts

Auwärter CITYSTAR Nr. 861

Kennzeichen: BS 6861

Inbetriebsetzung: 2009
Ausmusterung: –

Verbleib: k. A.

Auwärter CITYSTAR Nr. 862

Kennzeichen: BS 6862

Inbetriebsetzung: 2009
Ausmusterung: 2019

Verbleib: an mab, Basel (Nr. 040)

Auwärter CITYSTAR Nr. 863

Kennzeichen: BS 6863

Inbetriebsetzung: 2009
Ausmusterung: –

Verbleib: k. A.

Auwärter CITYSTAR Nr. 864

Kennzeichen: BS 6864

Inbetriebsetzung: 2008
Ausmusterung: –

Verbleib: k. A.

Auwärter CITYSTAR Nr. 865

Kennzeichen: BS 6865

Inbetriebsetzung: 2009
Ausmusterung: 2019

Verbleib: k. A.

Zuletzt aktualisiert am 2. Mai 2026 von Dominik Madörin