Wagen 8 im Ablieferungszustand.
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen
Im Jahre 1946 wurde die zu Kriegsbeginn eingestellte Autobuslinie C (später 33) auf dem Abschnitt Schützenhaus−Wanderstrasse wieder eröffnet. Damit waren die damals vorhandenen, zu einem grossen Teil bereits veralteten Autobusse der Basler Strassenbahnen (B.St.B.) restlos ausgelastet. Auch im Hinblick auf die Einführung weiterer Autobuslinien drängte sich ein Kauf von fünf weiteren Fahrzeugen auf.
Die neuen Autobusse erhielten die Betriebsnummern 8–12 und kamen 1948 in Betrieb, also bereits nach der Reorganisation und Entschuldung der sich nun Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) nennenden Basler Strassenbahnen. Trotz Einwänden seitens des Fahrpersonals wurden sie letztmals als Normallenker mit Frontmotor ausgeführt. Als Grund dafür wurde die Einheitlichkeit mit den bereits vorhandenen Wagen angeführt. Ganz im Gegensatz zum im selben Zeitraum beschafften Strassenbahnrollmaterial verzichtete man bei den neuen Autobussen auch auf ein Fahrgastflusssystem mit festem Billeteurplatz.
Das Fahrgestell mit Linkslenkung lieferte FBW. Die Federung erfolgte nach wie vor mittels Blattfedern, wobei jene der hinteren 51er-Portalachse Zweilastfedern waren. Erstmals kamen auch Sandstreuvorrichtungen vor den Antriebsrädern zum Einbau, die das Fahren auf schneebedeckter oder vereister Strasse erleichterten. Beim sechszylindrigen Motor Typ DD handelte es sich um einen 1944 erstmals vorgestellten Dieselmotor von FBW, der nicht mehr nach dem Luftspeicher-Verfahren, sondern mit direkter Einspritzung arbeitete. Er leistete 77 kW bzw. 105 PS. Zum Starten des wassergekühlten Motors war erstmals ein Nova-Druckluftstarter vorhanden.
Die Karosserie von Reinbolt & Christe glich äusserlich stark dem neu karossierten Wagen 5. Aufbaugerippe und Beplankung bestanden aus Aluminium. Auf der rechten Fahrzeugseite waren zwei elektropneumatisch betätigte Innenschwingtüren vorhanden. Für eine bessere Belüftung des Fahrgastraumes sorgten vorne zwei Duck- und hinten zwei Sauglüfter auf dem Dach. Die Sitze waren gepolstert und lederüberzogen und bis auf jene über den hinteren Rädern quer angeordnet
Im Vergleich zu anderen Basler Autobussen jener Zeit war den zwar zuverlässigen, jedoch schon bei Ablieferung nicht mehr zeitgemässen «Schnauzenbussen» kein langes Leben beschieden. Sie verkehrten auf allen Basler Buslinien, wurden aber bereits zwischen 1961 und 1968 aus dem Betrieb zurückgezogen und an andere Verkehrsbetriebe verkauft.
Technische Daten bei Inbetriebsetzung:
Marke/Typ: FBW Typ 51
Anzahl Wagen: 5
Wagennummern: 8 bis 12
Im Linienbetrieb: 1948 bis 1968
Chassis: FBW Typ 51
Karosserie: R&C
Anschaffungskosten/Wg.: CHF 110’000.–
Länge über Stossbalken: 10’150 mm
Breite: 2’400 mm
Höhe über Dach: 2’800 mm
Radstand: 5’800 mm
Taragewicht: ca. 7’400 kg
Sitz-/Stehplätze: 28+1/20
Höchstgeschwindigkeit: 55 km/h
Motor: FBW DD (Diesel)
Anzahl Zylinder: 6
Hubraum: 8’550 ccm
Leistung: 105 PS bzw. 77 kW
Getriebe: 4-Gang-Handschaltgetriebe FBW Kb 50
Bremsen: Einkreis-Druckluftbremse, Auspuff-Motorbremse, mechanische Handbremse
Namen anlässlich des Jubiläums «60 Jahre BVB» (1955)
- Nr. 8: Kolderi
- Nr. 9: Schyrebirzler
- Nr. 10: Haigumper
- Nr. 11: Tschooli
- Nr. 12: Gischbel
Fahrzeugporträts
FBW Typ 51 Nr. 8
Kennzeichen: BS 1808
Inbetriebsetzung: 1948
Ausmusterung: 1962
Verbleib: an Pfirter AG, Pratteln → später an Privat → um 2005 an Willi Egle, DE-Göhrwil (Nr. 2) → 2008 an Michael Scheller, DE-Altrip
1961: an Spiezer Verbindungsbahn ausgeliehen
FBW Typ 51 Nr. 9
Kennzeichen: BS 1809
Inbetriebsetzung: 1948
Ausmusterung: 1961
Verbleib: an Pfander, Luzern
FBW Typ 51 Nr. 10
Kennzeichen: BS 1810
Inbetriebsetzung: 1948
Ausmusterung: 1961
Verbleib: an RhV, Altstätten (Nr. 41)
FBW Typ 51 Nr. 11
Kennzeichen: BS 1811
Inbetriebsetzung: 1948
Ausmusterung: 1967
Verbleib: an Ciba AG, Stein (Nr. 1II) → 1974 Abbruch
FBW Typ 51 Nr. 12
Kennzeichen: BS 1812
Inbetriebsetzung: 1948
Ausmusterung: 1968
Verbleib: an Ciba AG, Stein (Nr. 3II) → 1972 Baubaracke in Stein → später Abbruch
Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2026 von Dominik Madörin





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