Birsigtalbahn

Oberaargau–Jura-Bahnen

Die Oberaargau–Jura-Bahnen (OJB) entstanden per 1. Januar 1958 aus der Fusion der Langenthal–Jura-Bahn (LJB) und der Langenthal–Melchnau-Bahn (LMB). Die LJB eröffnete am 26. Oktober 1907 ihre 15,1 Kilometer lange, mehrheitlich im Kanton Bern gelegene Bahnstrecke von Langenthal über Niederbipp nach Oensingen (Schulhaus) im Kanton Solothurn. Langenthal wurde zehn Jahre später, am 6. Oktober 1917, auch zum Ausgangspunkt der LMB. Da die OJB in den Sechzigerjahren mit einer drastischen Verkehrszunahme rechneten, wurden von der Birsigthalbahn AG (BTB) drei Anhängewagen übernommen.

Der Schlussbericht

Am 2. November 2011 um 23:30 Uhr entgleiste in Münchenstein Dorf im Bereich der dortigen Wendeschlaufe ein in Richtung Dornach fahrendender Tramzug der Linie 10 mit allen 14 Achsen. Aufgrund der Schwere des Ereignisses wurde die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (SUST) aufgeboten, welche die Entgleisung untersuchte und am 9. Oktober 2012 einen entsprechenden Schlussbericht (Reg.-Nr. 1110202) vorlegte. Dieses Dokument gab nicht nur aufgrund der zahlreichen grammatikalischen und orthographischen Auffälligkeiten Anlass, etwas vertiefter betrachtet und kommentiert zu werden.

Verknüpfung Linien 10 und 17

Im Zusammenhang mit der Einführung der Linie 17 der Baselland Transport AG (BLT) aus dem Leimental in das Strassenbahnnetz der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) waren verschiedene Lösungsvarianten geprüft worden. Obenaus schwang der Vorschlag, die Linie 17 mit der ebenfalls von der BLT betriebenen Vorortslinie 10 zu verknüpfen und ab Heuwaage via Steinentorstrasse–Theaterbogen–Steinenberg zum Aeschenplatz zu führen. Gleichzeitig sollte eine Entlastungslinie zum Wiesenplatz geschaffen werden.

Von Blau zu Gelb in einer Nacht

Die Linie 17 (Basel–Rodersdorf) der Baselland Transport AG (BLT) – bis 1974 von der ehemaligen Birsigthalbahn AG (BTB) betrieben – wurde im wahrsten Sinne über Nacht von einer veralteten Überland-Schmalspurbahn zum leistungsfähigen Vorortstram. Zehn Jahre wurde darauf hingearbeitet, um die Linie in die Stadt einführen und so deren Attraktivität steigern zu können.

Biel–Täuffelen–Ins-Bahn

Als 1901 die normalspurige Bern–Neuenburg-Bahn (BN) den Betrieb aufnahm, schien die Zeit gekommen, um beim Bundesrat die Bewilligung für eine elektrische Schmalspurbahn von Biel nach Aarberg, Ins und Erlach zu stellen, welche die Feinerschliessung des Berner Seeland übernehmen sollte. Die benötigte Energie konnte aus der Zentrale Hagneck der Bernischen Kraftwerke AG (BKW) bezogen werden. Nachdem 1908 die Konzession aus Bern eintraf, konstituierten sich 1912 die «Seeländische Lokalbahnen AG, Biel–Täuffelen–Ins».

Der Heuwaage-Bahnhof

Nur wenigen dürfte bekannt sein, dass das «Glettyseli» (Bügeleisen), wie die Birsigthalbahn (BTB) mit ihrem damals rauchenden Tramwaylokomotiven von boshaften Mäulern getauft worden ist, einst von der Heuwaage weiter durch die «Torsteinen» bis zum Vierlindenbrunnen, bei der Abzweigung des Klosterberges von der Steinentorstrasse, gefahren ist. Als die Basler Strassenbahnen (B.St.B.) 1899 mit dem Bau einer neuen Strecke vom Barfüsserplatz in Richtung Allschwil begannen (grüne Linie), mussten die Gleise der BTB in der Steinentorstrasse weichen und die Endstation zur Heuwaage zurückverlegt werden.

Farbe und Logo

Um die Hintergründe des bis heute grundsätzlich beibehaltenen, rot-gelben Farbschemas der Baselland Transport AG (BLT) zu kennen, muss ein Abschnitt der Geschichte der Autobus AG, Liestal (AAGL) genauer betrachtet werden. Insbesondere infolge politischer und wirtschaftlicher Veränderungen musste die seit 1905 bestehende Autobus AG (bis 1930 Automobilgesellschft Liestal–Reigoldswil AG) Ende 1972 aufgeteilt werden.

Linienführung und -nummerierung Tram

Als Fahrgast, Wagenführer oder Bus-Chauffeur macht man sich im Alltag wohl kaum Gedanken über Liniennummerierungen. Allzu sehr prägt man sich solche Bezeichnungen einfach ein, ohne von sich aus deren Ursprüngen nachzusinnen. Tatsächlich beruht die Nummerierung der Linien des öffentlichen Verkehrs in und um Basel keineswegs auf reiner Willkür.

L0 142

Anlässlich der Fusion der Basler Vorortsbahnen kam 1974 der noch als L0 142 geführte Güterwagen von der Birsigthalbahn AG (BTB) zur Baselland Transport AG (BLT). Dabei handelte es sich um einen schon seit Jahren als Materialtransportwagen mit Bodenschiebern verwendeten Hochbordwagen, welcher 1887 von der Schweizerischen Industrie-Gesellschaft (SIG) als M 42 an die BTB geliefert wurde.

X 202

Alässlich der Fusion der Basler Vorortsbahnen kam 1974 der X 202 von der Birsigthalbahn AG (BTB) zur Baselland Transport AG (BLT). Beim X 202 handelte es sich um einen Hilfswagen, der verschiedene Geräte aufnahm, die bei Unfällen oder für das Eingleisen entgleister Fahrzeuge benötigt wurden. Der Hilfswagen mit oxydrotem Anstrich entstand 1968 durch Umbau des gedeckten Güterwagen K 136, welcher seinerseits 1954 von der Brünigbahn zur Birsigthalbahn stiess (ex K 2019, SIG 1891).

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