Ein Zug der Wiener Stadtbahn erreicht die Haltestelle Neue Donau. Im Hintergrund der Millennium Tower.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen
(Bild-Nr. AT/CZ-2008_DSC_0329)
Der Begriff «Stadtbahn» ist nicht eindeutig definiert. Erstmals als «Stadtbahn» wurde die Ende des 19. Jahrhunderts zwischen Charlottenburg und Berlin neu erstellte Eisenbahnstrecke für den Nah- und Fernverkehr bezeichnet. Um die Jahrhundertwende erhielten auch Hamburg und Wien «Stadtbahnen», wobei es sich dabei jedoch um mit der Eisenbahn eng verwandte, dampfbetriebene Züge für den innerstädtischen Verkehr auf eigenem Trasse handelte, welche mit heutigen Stadtbahnen kaum Gemeinsamkeiten hatten.
In den Fünfziger- und Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts hatte die klassische Strassenbahn stark mit der automobilen Konkurrenz zu kämpfen. Zur Entflechtung der Verkehrsströme wurden Strecken teilweise oder vollständig auf eigene Bahnkörper oder eine zweite Ebene verlegt. Dadurch liess sich auch die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit steigern.
Derartige Systeme, welche sich später beispielsweise durch Hochperrons oder spezielle Stadtbahnwagen immer weiter von der klassischen Strassenbahn entfernten, bekamen in einzelnen Städten die Bezeichnung «Stadtbahn», womit vor allem die Weiterentwicklung der Strassenbahn zu einem variablen, anpassungsfähigen und höherwertigen Verkehrsmittel mit grösserer Beförderungsqualität verdeutlicht werde sollte.
Insbesondere aus Marketinggründen werden heute vielerorts auch herkömmliche Strassenbahnsysteme als «Stadtbahn» bezeichnet.
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