Auf der Linie 108 von Sissach nach Wittinsburg genügen meistens Normbusse, doch sind seit 1989 während der Spitzenzeiten auch Gelenkwagen üblich. Am 5. April 2023 ist der batterie-elektrische Wagen Nr. 1001 zwischen Diepflingen und Rümlingen unterwegs. Anhand der Fahrleitungsmasten im Hintergrund kann der Verlauf der parallel führenden Bahnlinie ausgemacht werden.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 351_216)

Als zwei der letzten Baselbieter Gemeinden ohne direkte Bedienung durch ein öffentliches Verkehrsmittel gelangten im Jahre 1979 Känerkinden und Wittinsburg an den Kanton. Sie wünschten die Einrichtung einer Buslinie über Buckten,  Diepflingen und Thürnen zum Bezirkshauptort Sissach. Die kantonale Baudirektion, die mit der Prüfung des Begehrens beauftragt worden war, erkannte rasch, dass mit einer solchen Verbindung ein unerwünschter Parallelbetrieb zur Bahnlinie Sissach–Läufelfingen–Olten («Läufelfingerli») entstand. Sie untersuchte deshalb, ob nicht eine Kleinbuslinie Häfelfingen–Rümlingen–Buckten–Känerkinden–Wittinsburg oder eine reine Schulbuslinie die bessere Lösung darstellen würde. Ebenfalls geprüft wurden Personenseilbahnen in Selbstbedienung von den beiden Gemeinden zu Bahnstationen.

Grobe Kostenschätzungen offenbarten schnell, dass zwar die jährlichen Betriebskosten der aus heutiger Sicht eher skurril anmutenden Seilbahnlösung sehr tief, die Baukosten allerdings ausgesprochen hoch gewesen wären. Eine Busverbindung nach Sissach erwies sich mit deutlichem Abstand als die günstigste Variante für Benützer und Betreiber. Aufgrund dieses Ergebnisses beschloss der Landrat am 18. Oktober 1982 die Einführung der Buslinie, welcher die Nummer 108 zugewiesen wurde. Die offizielle Eröffnung fand bereits am 30. Oktober statt, die Betriebsaufnahme am 1. November desselben Jahres.

Als logische Folge der seit den frühen Siebzigerjahren verfolgten Strategie beim öffentlichen Verkehr wurde die Baselland Transport AG (BLT) Konzessionsinhaberin. Sie beauftragte jedoch die Autogesellschaft Sissach–Eptingen AG (AGSE) mit der Betriebsführung der neuen Linie. Von Montag bis Freitag verkehrten täglich neun Kurspaare, an Samstagen deren sechs. An Sonntagen ruhte der Betrieb.

Die Linie 108 erfreute sich von Beginn weg grosser Beliebtheit und wies stets einen befriedigenden Kostendeckungsgrad auf. Ein Grund dafür war, dass die neuen Bushaltestellen an der Hauptstrasse für die Bewohner der Gemeinden des durchfahrenen Homburgertals deutlich besser erreichbar waren, als die Bahnstationen am Hang. Nach einem ersten markanten Angebotsausbau Ende 1989 stieg die Zahl der jährlich beförderten Fahrgäste erstmals über 200’000, was den zeitweisen Einsatz von Gelenkbussen erforderlich machte.

Nach dem Rückzug der AGSE aus dem Personentransportgeschäft per 31. Dezember 2012 übernahm die BLT den Betrieb der Linie 108 selbst. Deren Linienführung blieb bis heute grundsätzlich unverändert, sieht man von Einbindungen des 108ers in den Ersatzverkehr während temporären Einstellungen des Bahnbetriebs ab.

Linienführung

seit 1982: Sissach Bahnhof–Buckten Sternen (Buckten Dorf)–Känerkinden Dorf–Wittinsburg Scheune (Wittinsburg Chamber)

Zuletzt aktualisiert am 22. Januar 2026 von Dominik Madörin