Einer der beiden O 317 von Eggmann + Frey AG für den Einsatz auf der «Storchenbus»-Linie. Aufnahme vom März 1995 in Bottmingen vor dem Burggarten-Schulhaus, fernab des eigentlichen Linienwegs.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. –)

Am 13. August 1973 bezogen Schüler und Lehrer den Neubau des dritten basellandschaftlichen Gymnasiums in Oberwil. Die Schulanlage wurde ausserhalb des Dorfes auf der Hochebene zwischen Oberwil und Allschwil in der Nähe der alten Ziegelei errichtet. Obwohl in 28 Klassen eine beachtliche Schülerzahl aus einem weiten Einzugsgebiet unterrichtet wurde, stufte man die periphere Lage nicht als nachteilig ein und verzichtete auf eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Die Gehdistanz von der nächstgelegenen Haltestelle (Station Oberwil der Birsigthalbahn AG) zum Schulgelände betrug rund 1,4 Kilometer. Zudem war eine beträchtliche Höhendifferenz zu überwinden.

Die rasch aufkommende Forderung von Eltern und Schülern nach einer Buslinie fand jedoch erst in den Achtzigerjahren Gehör. Die federführende Bau- und Landwirtschaftsdirektion anerkannte das Bedürfnis, bevorzugte jedoch die Einrichtung eines bedarfsweise verkehrenden Schülerkurses anstelle einer öffentlichen Buslinie. Selbst diese Sparvariante führte im Landrat zu einer heftigen Debatte, wurde schliesslich aber durchgewunken.

Die Konzession für den Betrieb ging an die Baselland Transport AG (BLT), welche jedoch Subunternehmer mit dem Betrieb beauftragte. Die Eröffnung der Linie fand am 18. Dezember 1986 statt; die Aufnahme des regelmässigen Betriebs am 5. Januar 1987. Da sich beim Gymnasium eine Storchenstation befand, wurden die ohne Liniennummer verkehrenden Kurse «Storchenbus» genannt.

Im ersten Betriebsjahr wurde der «Storchenbus» von der Firma Saner betrieben. 64’604 beförderte Personen bewiesen, dass der Zubringerbus einem Bedürfnis entsprach. Ab 1988 wurde die Firma Eggmann + Frey AG mit dem Betrieb beauftragt. Eggmann + Frey setzte dafür zwei von der Schweizerischen Reisepost gebraucht erworbene Mercedes-Benz O 317 mit Schweizer Aufbau ein. Bei Defekten griff man auf Fahrzeuge der BLT oder gar der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) zurück.

Mit der Verlängerung der Linie 61A zur Hüslimatt im Sommer 2004 wurde der Betrieb des «Storchenbus» eingestellt. Das Gymnasium war nun mit einem fünfminütigem Fussmarsch ab der neu eingerichteten Haltestelle Ziegelei (heute Hohestrasse) erreichbar, was nach Meinung des Schulrektorats für alle Schülerinnen und Schüler zumutbar war. Erst mit der neuen Linienführung der Linie 64 Ende 2009 wurde das Gymnasium direkt bedient – 36 Jahre nach seiner Eröffnung…

Linienführung

1986 bis 2004: Oberwil (Oberwil Zentrum)–Gymnasium

Zuletzt aktualisiert am 5. März 2021 von Dominik Madörin