Basler Verkehrs-Betriebe

C3 703–722

Im Jahre 1934 stand die Eröffnung der Linie nach Binningen sowie jener über die Dreirosenbrücke bevor, was eine Aufstockung des Anhängewagenbestands der Basler Strassenbahnen (B.St.B.) unumgänglich machte. Der beantragte Kredit für zwanzig Dreiachser C3 703–722 (Stückpreis Fr. 40’400.–) wurde vom Grossen Rat am 18. Mai 1933 genehmigt.

C 423–434

Aufgrund der von Jahr zu Jahr steigenden Fahrgastzahlen führte die Verwaltung der damaligen Basler Strassenbahnen (B.St.B.) im Mai 1932 einen neuen, dichteren Fahrplan ein. Dafür bedurfte es unter anderem zusätzlicher Anhängewagen, wobei die B.St.B. nach eingehender Beratung wiederum von vierachsigen Fahrzeugen absahen. Einem entsprechenden Kreditgesuch der B.St.B. gab der Grosse Rat statt, so dass zwölf Anhänger C 423–434 in Auftrag gegeben werden konnten.

C 702; C3 702

Im Rahmen von Rollmaterialbeschaffungen in den Zwanziger- und Dreissigerjahren wurden den damaligen Basler Strassenbahnen (B.St.B.) wiederholt grössere, vierachsige Fahrzeuge empfohlen. Die Strassenbahnverwaltung hielt jedoch wenig von den schweren Drehgestellwagen jener Zeit und forcierte die Entwicklung von längeren, zweiachsigen Fahrzeugen mit erhöhtem Fassungsvermögen. Anfangs der Dreissigerjahre gaben die B.St.B. zwei entsprechende Mustertramzüge in Auftrag.

C 423; C3 1301

1929 bestellten die damaligen Basler Strassenbahnen (B.St.B.) zehn Motorwagen (Ce 2/2 193–200 sowie Ce 2/2 71 und Ce 2/2 72) und 25 Zweiachs-Anhänger (C 400–422, C 423 sowie C 702). Jeweils zwei Fahrzeuge (Nrn. 71 und 72 sowie 423 und 702) wurden dabei versuchsweise mit längeren Wagenkästen gebaut. Damit sollte der Nachweis gelingen, dass längere Zweiachser den seinerzeit erhältlichen vierachsigen Drehgestell-Wagen mindestens ebenbürtig waren.

C4 451 «Dante Schuggi»

Zum imposanten Mitteleinstiegs-Motorwagen Ce 4/4 401 «Dante Schuggi» lieferte die Schweizerische Industrie-Gesellschaft (SIG) auch einen passenden Anhängewagen C4 451. Dieser war der erste vierachsige Anhängewagen in Basel und sollte es für die nächsten 32 Jahre auch bleiben. Vor der Ablieferung an die Basler Strassenbahnen (B.St.B.) wurde der C4 451 zusammen mit «seinem» Motorwagen an der Landesausstellung in Bern gezeigt.

C 84–91, 92–97, 265–293

Bereits 1897 wurde die Einführung von seitlich offenen Anhängewagen angeregt, etwa durch Leserbriefe in den lokalen Zeitungen. Die Direktion der [glossary_exclude]Basler Strassenbahnen[/glossary_exclude] (B.St.B.) hatte sich diesem Wunsch nicht verschlossen und stellte in den Jahren 1900 bis 1912 insgesamt 43 offene Anhängewagen in Dienst. Nur vierzehn davon bezog man von der Industrie. Die übrigen 29 Wagen baute die B.St.B.-Werkstätte selbst. 

C 41–44

Ein wesentlicher Vorteil der elektrischen Strassenbahn gegenüber Fuhrwerken oder später Omnibussen war die Möglichkeit der Zugbildung. Mit dem Einsatz von Anhängewagen hätte auch in Basel auf die Führung von Doppelkursen («Supplementwagen») verzichtet werden können. Der Beiwagenbetrieb setzte sich aber erst ab 1905 richtig durch, als die neue, tragfähigere Mittlere Rheinbrücke erstellt worden war und genügend leistungsfähige Motorwagen zur Verfügung standen.

Be 4/6 6001–6017 FLEXITY Basel

Als sich abzeichnete, dass der von Stadler Rail AG (STAG) angebotene Teilniederflur-Strassenbahnwagen «Tango» die Anforderungen der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) nicht zu erfüllen vermochte, zogen sich die BVB aus der gemeinsam mit der Baselland Transport AG (BLT) in Angriff genommenen Fahrzeugneubeschaffung (vgl. Be 6/8 5001–5044 FLEXITY Basel bzw. Be 6/10 151–154, 155–169, 171–189 Tango). Gleichzeitig überarbeiteten die städtischen Verkehrsbetriebe ihre Flottenpolitik für die folgenden 15 Jahre. Dabei zeigte sich unter anderem, dass die BVB neben dem Bedarf an 45-m-Fahrzeugen auch 16 Wagen mit rund 30 Meter Länge benötigen.

Be 6/8 5001–5044 FLEXITY Basel

Nach der Jahrtausendwende zeichnete sich sowohl bei den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) als auch bei der Baselland Transport AG (BLT) ab, dass eine grössere Anzahl älterer Strassenbahnwagen abzulösen waren. Die BVB wollten sich von den Be 4/4 457–476, den Be 4/6 624...656 sowie den B 1429ff. trennen, was einen Bedarf an 15 bis 17 Neufahrzeugen ergab. Nach intensiven Vorabklärungen und unter Einbezug der Erfahrungen aus der COMBINO-Beschaffung war es den beiden Verkehrsbetrieben zunächst gelungen, sich auf ein weitgehend identisches Fahrzeugkonzept zu einigen. Es beinhaltete maximal 45 Meter lange, durchgängige Mehrgelenkwagen mit einem Niederfluranteil von mindestens 60 Prozent.

Be 8/8 351–354, 357

Auf Weisung des Herstellers mussten die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) per 13. März 2004 kurzfristig alle 28 Niederflur-Gelenkwagen Be 6/8 301–328 COMBINO stilllegen. An diesen Fahrzeugen waren Mängel entdeckt worden, welche einen sicheren Weiterbetrieb in Frage stellten (vgl. COMBINO Grounding). Trotz des überraschenden Ausfalls eines beträchtlichen Teils der Gesamtflotte gelang es den BVB seinerzeit, den fahrplanmässigen Trambetrieb nahezu vollständig aufrecht zu erhalten.

COMBINO Sanierung

Nachdem die Entdeckung von strukturellen Schäden an den Wagenkästen von COMBINO-Strassenbahnwagen verschiedener Betriebe zu einer verfügten Stilllegung von Fahrzeugen dieses Typs geführt hatte («COMBINO Grounding»), zeigten vertiefte Abklärungen des verantwortlichen Herstellers Siemens Transportation Systems (STS), dass ein uneingeschränkter Weiterbetrieb dieser Niederflurwagen nur nach einer grundlegenden Sanierung sicherstellt werden konnte. STS arbeitete daraufhin ein zweistufiges Sanierungskonzept aus, welches weltweit zur Anwendung kam. Mit der Zweistufigkeit erreichte STS, die dem Fahrgastbetrieb entnommenen Fahrzeuge möglichst rasch wieder dem Betrieb übergeben und die die endgültigen Sanierungsmassnahmen parallel dazu entwickeln zu können.

COMBINO Grounding

Bis Ende 2003 hatte Siemens Transportation Systems (STS) – mittlerweile alleinverantwortlicher Hersteller des COMBINO – rund 475 Strassenbahnwagen dieses Typs ausgeliefert. Am Freitag, 12. März 2004 um 13:10 Uhr sah sich STS jedoch dazu veranlasst, in weltweit 13 Städten die Stilllegung aller Tramwagen dieser Bauart mit einer Laufleistung von mehr als 120'000 km zu verfügen. In Basel betraf dies sämtliche 28 in den Jahren 2000–02 gelieferten Fahrzeuge Be 6/8 301–328. Deren durchschnittliche Laufleistung betrug zum Zeitpunkt der Stilllegungsverfügung rund 150'000 km.

COMBINO Entwicklung

Ab Ende der Achtzigerjahre stiegen die Herstellungskosten von Strassenbahnwagen kontinuierlich an. In Deutschland ging man von einem minimalen Kaufpreis von 3,5 Mio. DM pro Einheit aus. Insbesondere bei 100-Prozent-Niederflurfahrzeugen schlugen sich vor allem Mehraufwendungen für Elektronik, komplexe Einzelradfahrwerke sowie für Komfortausstattungen wie Klimaanlagen, elektronische Anzeigesysteme usw. direkt im Herstellungspreis nieder. Je nach Ausstattung, Länge, Ein- oder Zweirichtungsfahrzeug ergab sich so ein Preis von 3,7 bis 5,0 Mio. DM pro Fahrzeug.

Be 6/8 301–328 COMBINO

In den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts bahnte sich bei den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) eine grosse Ersatzbeschaffung von Strassenbahn-Rollmaterial an. Dabei stand ausser Frage, dass Niederflurfahrzeuge beschafft werden sollten. Der COMBINO als Angebot des Komplettanbieters Siemens schnitt bezüglich der Basler Anforderungen am besten ab. Der Entscheid für Fahrzeuge dieses Typs wurde begünstigt durch die Tatsache, dass bereits vom 26. März bis zum 12. Mai 1998 ein entsprechender Prototyp mehrere Wochen in Basel im Fahrgasteinsatz getestet werden konnte.

Be 4/6 659–686 «Guggummere»

Um das erhöhte Fahrgastvolumen, welches sich als Folge des neuen Umweltschutz-Abonnement ergeben hatte, bewältigen zu können, mussten die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) unter anderem ihren Rollmaterialbestand aufstocken. Dies führte zur Beschaffung der 26 Be 4/4 477–502 «Cornichon». Ende 1986 – die Lieferung der Be 4/4 477–502 war noch im Gange – zeigte sich, dass zu wenig neue Motorwagen geordert worden waren. Neue Berechnungen ergaben einen Bedarf von 38 zusätzlichen Vierachsern oder 28 zweiteiligen Gelenkwagen. Der Entscheid fiel schliesslich zugunsten von Gelenkwagen.

Be 4/4 477–502 «Cornichon»

Auf den 1. März 1984 führten die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) und die Baselland Transport AG (BLT) einen besonders preisgünstigen Umwelttarif ein, um möglichst viele Pendler zum Umsteigen vom Auto auf das öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. Dieses Umweltschutz-Abonnement (U-Abo) führte zu einem markanten Zuwachs an Kunden (1985 +10%). Um den zusätzlichen Platzbedarf anbieten zu können, mussten die BVB vorübergehend Rollmaterial von der BLT mieten.

Be 4/4 457–476

Mitte der Sechzigerjahre hatte die Überalterung des Rollmaterials der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) ein Ausmass erreicht, das einen rationellen Betrieb kaum mehr ermöglichte. In den Jahren zuvor waren vom Volk wiederholt Rollmaterialvorlagen an der Urne verworfen worden.Dem damaligen Tramdirektor gelang es schliesslich mit unermüdlichem Einsatz, auch der Gegnerschaft klar zu machen, dass beispielsweise ein Messeverkehr ohne Tram kaum zu bewältigen wäre.

Be 4/6 603–622, 623–658 DÜWAG

In den Jahren 1961 bzw. 1962 kamen in Basel mit den Be 4/6 601 und 602 die beiden ersten Gelenk-Motorwagen in Betrieb. Diese beiden dreiteiligen Prototypen aus rein schweizerischer Fertigung erwiesen sich als störungsanfällig und waren oft Gäste in der Hauptwerkstätte Klybeck der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB).

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