Motorwagen

Xe 2/2 2060

Ein Mangel bei Wagenführerinstruktionen bei den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) war, dass am Rollmaterial häufig vorkommende technische Störungen und das richtige Verhalten darauf nur theoretisch erklärt werden konnten. Wenn auch während der praktischen Ausbildung auf den Wagen bei jeder Gelegenheit auf vorkommende Störungen und auf das Verhalten in solchen Situationen hingewiesen wurde, so fehlte es doch am praktischen Erleben.

Be 8/10 4201–4225 TINA

Noch immer besass die Baselland Transport AG (BLT) rund 25 über 40 Jahre alte Tramzüge, bestehend aus gekuppelten Gelenkwagen Be 4/8 und Be 4/6 der Serie 200, welche vorwiegend auf den Spitzenverkehrslinien E11 und 17 zum Einsatz kamen. Für die Ablösung dieser seinerzeit von Schindler Waggon AG in Pratteln erbauten Fahrzeuge publizierte der Verkehrsbetrieb im April 2020 eine öffentliche Ausschreibung. Den Zuschlag erhielt Stadler Rail AG mit einer Neuentwicklung.

Xe 2/2 587–589

Im März 1926 setzten die Basler Strassenbahnen (B.St.B.) einen neuen Dienst-Motorwagen mit der Bezeichnung Xe 2/2 588 in Betrieb. In den Jahren 1927 und 1931 folgte je ein baugleiches Fahrzeug nach (Xe 2/2 587 und 589). Die Vielzweckfahrzeuge waren in erster Linie bestimmt für den Transport schwerer Gegenstände und für die Traktion von Bauzügen, dienten aber auch zur Entfernung von Schienenriffeln, zum Auskratzen der Rillenschienen, für die Schneeräumung und zum Streuen von Auftausalz.

Be 6/8 101–110 Tramlink

Die Gesamterneuerung der 13 km langen Bahnstrecke zwischen Liestal und Waldenburg (Linie 19, ehemals Waldenburgerbahn) umfasste neben der Erneuerung der Gleise (inklusiver Umspurung von 750 mm auf 1000 mm), dem Neubau sämtlicher Haltestellen und der Unterhaltsanlagen in Waldenburg sowie verschiedenen begleitenden Baumassnahmen auch die Beschaffung von neuem Rollmaterial. Nach einer gemeinsamen öffentlichen Ausschreibung mit der Aargau Verkehr AG (AVA) entschied sich die Baselland Transport AG (BLT) im April 2019 für die Beschaffung von zehn Strassenbahnwagen des Typs «Tramlink» des Herstellers Stadler Rail Valencia.

COMBINO Prototyp

Der COMBINO-Prototyp diente von 1996 bis 2002 sowohl zur Erprobung des Fahrzeugkonzepts und neuentwickelter Komponenten als auch als Vorführobjekt für potenzielle Kunden der neuen Niederflurstrassenbahn-Generation der DUEWAG AG bzw. der Siemens Duewag Schienenfahrzeuge GmbH. Dementsprechend verkehrte das Fahrzeug in zahlreichen Städten und wurde auf vielen Ausstellungen gezeigt.

Be 4/6 6001–6017 FLEXITY Basel

Als sich abzeichnete, dass der von Stadler Rail AG (STAG) angebotene Teilniederflur-Strassenbahnwagen «Tango» die Anforderungen der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) nicht zu erfüllen vermochte, zogen sich die BVB 2010 aus der gemeinsam mit der Baselland Transport AG (BLT) in Angriff genommenen Fahrzeugneubeschaffung (vgl. Be 6/8 5001–5044 FLEXITY Basel bzw. Be 6/10 151–154, 155–169, 171–189 Tango). Gleichzeitig überarbeiteten die städtischen Verkehrsbetriebe ihre Flottenpolitik für die folgenden 15 Jahre. Dabei zeigte sich unter anderem, dass die BVB neben dem Bedarf an 45-m-Fahrzeugen auch 16 Wagen mit rund 30 Meter Länge benötigen.

Be 6/8 5001–5044 FLEXITY Basel

Nach der Jahrtausendwende zeichnete sich sowohl bei den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) als auch bei der Baselland Transport AG (BLT) ab, dass eine grössere Anzahl älterer Strassenbahnwagen abzulösen waren. Die BVB wollten sich von den Be 4/4 457–476, den Be 4/6 624...656 sowie den B 1429ff. trennen, was einen Bedarf an 15 bis 17 Neufahrzeugen ergab. Nach intensiven Vorabklärungen und unter Einbezug der Erfahrungen aus der COMBINO-Beschaffung war es den beiden Verkehrsbetrieben zunächst gelungen, sich auf ein weitgehend identisches Fahrzeugkonzept zu einigen. Es beinhaltete maximal 45 Meter lange, durchgängige Mehrgelenkwagen mit einem Niederfluranteil von mindestens 60 Prozent.

Be 8/8 351–354, 357

Auf Weisung des Herstellers mussten die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) per 13. März 2004 kurzfristig alle 28 Niederflur-Gelenkwagen Be 6/8 301–328 COMBINO stilllegen. An diesen Fahrzeugen waren Mängel entdeckt worden, welche einen sicheren Weiterbetrieb in Frage stellten (vgl. COMBINO Grounding). Trotz des überraschenden Ausfalls eines beträchtlichen Teils der Gesamtflotte gelang es den BVB seinerzeit, den fahrplanmässigen Trambetrieb nahezu vollständig aufrecht zu erhalten.

COMBINO Sanierung

Nachdem die Entdeckung von strukturellen Schäden an den Wagenkästen von COMBINO-Strassenbahnwagen verschiedener Betriebe zu einer verfügten Stilllegung von Fahrzeugen dieses Typs geführt hatte («COMBINO Grounding»), zeigten vertiefte Abklärungen des verantwortlichen Herstellers Siemens Transportation Systems (STS), dass ein uneingeschränkter Weiterbetrieb dieser Niederflurwagen nur nach einer grundlegenden Sanierung sicherstellt werden konnte. STS arbeitete daraufhin ein zweistufiges Sanierungskonzept aus, welches weltweit zur Anwendung kam. Mit der Zweistufigkeit erreichte STS, die dem Fahrgastbetrieb entnommenen Fahrzeuge möglichst rasch wieder dem Betrieb übergeben und die die endgültigen Sanierungsmassnahmen parallel dazu entwickeln zu können.

COMBINO Grounding

Bis Ende 2003 hatte Siemens Transportation Systems (STS) – mittlerweile alleinverantwortlicher Hersteller des COMBINO – rund 475 Strassenbahnwagen dieses Typs ausgeliefert. Am Freitag, 12. März 2004 um 13:10 Uhr sah sich STS jedoch dazu veranlasst, in weltweit 13 Städten die Stilllegung aller Tramwagen dieser Bauart mit einer Laufleistung von mehr als 120'000 km zu verfügen. In Basel betraf dies sämtliche 28 in den Jahren 2000–02 gelieferten Fahrzeuge Be 6/8 301–328. Deren durchschnittliche Laufleistung betrug zum Zeitpunkt der Stilllegungsverfügung rund 150'000 km.

COMBINO Entwicklung

Ab Ende der Achtzigerjahre stiegen die Herstellungskosten von Strassenbahnwagen kontinuierlich an. In Deutschland ging man von einem minimalen Kaufpreis von 3,5 Mio. DM pro Einheit aus. Insbesondere bei 100-Prozent-Niederflurfahrzeugen schlugen sich vor allem Mehraufwendungen für Elektronik, komplexe Einzelradfahrwerke sowie für Komfortausstattungen wie Klimaanlagen, elektronische Anzeigesysteme usw. direkt im Herstellungspreis nieder. Je nach Ausstattung, Länge, Ein- oder Zweirichtungsfahrzeug ergab sich so ein Preis von 3,7 bis 5,0 Mio. DM pro Fahrzeug.

Be 6/8 301–328 COMBINO

In den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts bahnte sich bei den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) eine grosse Ersatzbeschaffung von Strassenbahn-Rollmaterial an. Dabei stand ausser Frage, dass Niederflurfahrzeuge beschafft werden sollten. Der COMBINO als Angebot des Komplettanbieters Siemens schnitt bezüglich der Basler Anforderungen am besten ab. Der Entscheid für Fahrzeuge dieses Typs wurde begünstigt durch die Tatsache, dass bereits vom 26. März bis zum 12. Mai 1998 ein entsprechender Prototyp mehrere Wochen in Basel im Fahrgasteinsatz getestet werden konnte.

Be 4/6 659–686 «Guggummere»

Um das erhöhte Fahrgastvolumen, welches sich als Folge des neuen Umweltschutz-Abonnement ergeben hatte, bewältigen zu können, mussten die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) unter anderem ihren Rollmaterialbestand aufstocken. Dies führte zur Beschaffung der 26 Be 4/4 477–502 «Cornichon». Ende 1986 – die Lieferung der Be 4/4 477–502 war noch im Gange – zeigte sich, dass zu wenig neue Motorwagen geordert worden waren. Neue Berechnungen ergaben einen Bedarf von 38 zusätzlichen Vierachsern oder 28 zweiteiligen Gelenkwagen. Der Entscheid fiel schliesslich zugunsten von Gelenkwagen.

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